Wir forschen für den Infektionsschutz

Kontakt

Experten-Hotline 
zu Fragen rund um 
Hygiene und Desinfektion
Tel.: +49 (40)-54 00 6 -111
Fax: +49 (40)-54 00 6 - 777
E-Mail: contact[at]bode-science-center.com

Telefonisch erreichen Sie uns:
Mo. - Do. 8:00 bis 16:30 Uhr
Freitag    8:00 bis 15:00 Uhr

Für Anrufer aus Österreich:
Tel.: 02236 646 3070

Hände- und Flächenhygiene bei Ebolaviren

Im Zuge der Ebola-Epidemie in Westafrika seit Februar 2014 werden einige mit dem Erreger infizierte Personen, die in den betroffenen Regionen medizinische Hilfe leisteten, in Gesundheitseinrichtungen in Nordamerika und Europa behandelt. Auch werden Pflegekräfte behandelt, die sich bei der Versorgung dieser Patienten angesteckt hatten. Für den seltenen Fall, in dem ein Ebola-Patient zu behandeln ist, werden unter anderem Maßnahmen zur Hände- und Flächendesinfektion empfohlen.  


Hämorrhagisches Fieber: Symptome, Übertragungsweg und Krankheitsverlauf

Die hochgradig ansteckenden Ebolaviren lösen beim Menschen das Hämorrhagische Fieber aus, das mit einer Schädigung der inneren Organe und Blutungen einhergeht. Die Sterblichkeitsrate infizierter Patienten liegt bei 50 bis 90 Prozent. Das Virus wird durch direkten Kontakt mit Ebola-erkrankten oder –verstorbenen Personen oder deren Körperflüssigkeiten, wie Speichel, Blut oder Fäkalien, übertragen. Neben der Mensch-zu-Mensch Übertragung können sich Menschen auch bei Tieren (z. B. Affen, Fledermäusen) anstecken.


Empfehlung für die Händehygiene

Bei der Behandlung eines mit Ebola infizierten Patienten ist geeignete Schutzausrüstung, insbesondere Schutzhandschuhe, zu tragen [1-4]. Das Tragen doppelter Handschuhe kann bei der Patientenversorgung, insbesondere beim Umgang mit größeren Blutmengen, anderen Körperflüssigkeiten, Erbrochenem oder Ausscheidungen, sehr sinnvoll sein, um das Restrisiko einer Kontamination durch Mikroperforation des Handschuhs größtmöglich zu reduzieren. Die CDC empfiehlt bei der Patientenversorgung inzwischen standardmäßig das Tragen doppelter Handschuhe [4].

Eine Desinfektion der Hände nach dem Ablegen der Schutzhandschuhe oder nach Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten von Ebola-Patienten ist für Gesundheitspersonal unabdingbar. Dabei empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) die Verwendung eines Hände-Desinfektionsmittels mit begrenzt viruzidem Wirkungsspektrum (behüllten Viren) [2, 5], wie z. B. Sterillium®. Eine Reihe an Hände-Desinfektionsmitteln hat sich als umfassend wirksam gegenüber behüllten Viren erwiesen [6].

Die CDC empfiehlt ausdrücklich auch die Händedesinfektion von behandschuhten Händen. Die Desinfektion sollte gemäß CDC häufig während der Patientenversorgung durchgeführt werden, insbesondere nach dem Hantieren von Körperflüssigkeiten, sowie mehrfach während des Ablegens der Schutzausrüstung [4].


Empfehlung für die Dekontamination von Flächen im Patientenzimmer

Es gibt Hinweise, dass Oberflächen in patientennaher Umgebung bei Ebola-Patienten nur selten mit dem Virus kontaminiert sind [7]. Filoviren, zu denen Ebola zählt, können jedoch fünf Tage [8] bis drei Wochen [9] infektiös bleiben. Das RKI empfiehlt bei Ebolaviren, Flächen in Patientenzimmern mittels sorgfältiger Wischdesinfektion zu desinfizieren und dabei ein auf den Erreger abgestimmtes Präparat einzusetzen (Wirksamkeit gegenüber behüllten Viren) [2, 5]. Dazu eignen sich für kleinere Flächen z. B. Bacillol® 30 Tissues und für größere Flächen z. B. Mikrobac® forte.

Bei sichtbaren Kontaminationen von Flächen durch z. B. Blut oder Erbrochenes ist gemäß RKI nach Anlegen der vorgeschriebenen Schutzausrüstung die Verunreinigung mit einem mit Flächen-Desinfektionsmittel getränkten Einmaltuch aufzunehmen. Das benutzte Tuch ist als infektiöser Abfall gemäß Abfallschlüssel 180103 zu entsorgen. Vor der Desinfektion der Gesamtfläche sollte an diesen Stellen eine zweimalige lokale Wischdesinfektion erfolgen [5].

Das Ebolavirus wird in der Regel über Körperflüssigkeiten übertragen. Daher ist empfehlenswert, das Flächen-Desinfektionsmittel unter der Anwendungsbedingung „hohe Belastung“ einzusetzen. Die desinfizierte Fläche sollte erst nach der vom Hersteller angegebenen Einwirkzeit wieder benutzt werden.

Zur Inaktivierung von Ebolaviren sind Produkte mit Wirksamkeit gegenüber behüllten Viren erforderlich. Entsprechend wirksame Produkte finden Sie hier.

Literatur
1. CDC. Infection Prevention and Control Recommendations for Hospitalized Patients with Known or Suspected Ebola Hemorrhagic Fever in U.S. Hospitals. Stand 20.10.2014.
2. Robert Koch-Institut. Übersicht Ebolafieber. Stand 15.10.2014.
3. WHO. Interim Infection Prevention and Control Guidance for Care of Patients with Suspected or Confirmed Filovirus Haemorrhagic Fever in Health-Care Settings, with Focus on Ebola; September 2014.
4. CDC: Guidance on Personal Protective Equipment To Be Used by Healthcare Workers During Management of Patients with Ebola Virus Disease in U.S. Hospitals, Including Procedures for Putting On (Donning) and Removing (Doffing). Stand 21.10.2014
5. Robert Koch-Institut. Maßnahmen zur Desinfektion nach Kontakt mit einem begründeten Ebolafieber-Verdachtsfall in Deutschland. Stand 17.10.2014.
6. Kampf G, Steinmann J, Rabenau H. Suitability of vaccinia virus and bovine viral diarrhea virus (BVDV) for determining activities of three commonly-used alcohol-based hand rubs against enveloped viruses. BMC Infectious Diseases. 2007;7:5.
7. Bausch DG, Towner JS, Dowell SF, et al. Assessment of the risk of Ebola virus transmission from bodily fluids and fomites. J Infect Dis. 2007;196 Suppl 2:S142-7.
8. Belanov EF, Muntianov VP, Kriuk VD, et al. Survival of Marburg virus infectivity on contaminated surfaces and in aerosols. Vopr Virusol. 1996;41(1):32-4.
9. Piercy TJ, Smither SJ, Steward JA, Eastaugh L, Lever MS. The survival of filoviruses in liquids, on solid substrates and in a dynamic aerosol. J Appl Microbiol.