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EXPERTEN-INTERVIEW

PD Dr. Klaus Schröppel, Uniklinikum Tübingen

Der Krankenhaushygieniker PD Dr. Klaus Schröppel, Uniklinikum Tübingen, über die Anforderungen an die Wasserqualität bei der Endoskopaufbereitung.

Wasser spielt bei der Endoskopaufbereitung eine wichtige Rolle. Welche Anforderungen an die Wasserqualität zu stellen sind und ob die neue Trinkwasserverordnung auch ein Thema für die gastroenterologischen Einheiten ist, erläutert der Krankenhaushygieniker PD Dr. Klaus Schröppel vom Uniklinikum Tübingen.

Welche Anforderungen werden an die Wasserqualität bei der Endoskopaufbereitung gestellt?

Schröppel: Das Prozesswasser sollte über Trinkwasserqualität verfügen. Die Trinkwasserverordnung stellt in Deutschland die Grundlage dafür dar, dass vom Trinkwasser keine Gesundheitsgefahren ausgehen. Die Wasserqualität ist in Deutschland mit Grenzwerten von 100 Kbe/ml für Referenzkeime wie zum Beispiel E. coli und Pseudomonas aeruginosa sehr gut. 


Wann sollte VE-Wasser eingesetzt werden?

Schröppel: Aus rein hygienischer Sicht ist der Einsatz von VE-Wasser bei der Endoskopaufbereitung im RDG nicht erforderlich, da Mineralien den Desinfektionserfolg nicht behindern. Deshalb existiert auch keine dahingehende Norm. Bei Dampfsterilisatoren hingegen sieht die CEN-Norm DIN EN 285 die Verwendung von dampfdestilliertem Wasser oder vollentsalztem Wasser vor. Betreiber sollten sich bei der Anschaffung eines RDG in jedem Fall beim Maschinenhersteller erkundigen, ob ein VE- und/oder ein Trinkwasseranschluss benötigt wird.


Wer ist für die Wasserqualität verantwortlich?

Schröppel: Nach der Medizinprodukte-Betreiberverordnung muss der Betreiber gewährleisten, dass die Endoskop-Aufbereitung ordnungsgemäß erfolgt, also mit Prozesswasser vorgenommen wird, das der deutschen Trinkwasserverordnung entspricht.


Wie oft muss die Wasserqualität geprüft werden?

Schröppel: Bei Installation von Maschinen bzw. bei Inbetriebnahme der Praxis/Abteilung sowie anschließend im Rahmen der jährlichen Validierung. Dabei sollt das entsprechende Prüflabor die Wasserproben etwa 3 Wochen vor der eigentlichen Validierung bekommen, damit der Nachweis der Wasserqualität zum Zeitpunkt der Validierung vorliegt. Die Probe sollte direkt von dem Wasser sein, das ins Gerät fließt, also möglichst von der Anschlussstelle entnommen werden.


Die neue TrinkwasserVO hat die Grenzwerte für Legionellen heraufgesetzt. Ein Thema für die Gastro-Praxis oder -Abteilung?

Schröppel: Die neuen Anforderungen zu Legionellen stehen in Zusammenhang mit zentralen Warmwasserbereitungsanlagen. Im RDG bzw. in der manuellen Aufbereitung wird ausschließlich Kaltwasser eingesetzt, so dass hier primär kein Risiko vorliegt. Letztendlich ist entscheidend, dass bei den jährlichen Laborprüfungen des Prozesswassers keine Grenzwerte überschritten werden. Ist dies der Fall, sind ggfs. bauliche Veränderungen, Filteranlagen etc. vorzunehmen. Die Trinkwasseruntersuchungen sollten, wie alle anderen Qualitätsprüfungen, sorgfältig aufbewahrt werden.


Dr. Schröppel, wir danken Ihnen für das Gespräch.