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Autor: BODE SCIENCE CENTER (2012)

EXPERTEN-INTERVIEW

Autor: BODE SCIENCE CENTER (2012)

Krankenhausinfektionen und Händehygiene - Wie neue Forschungsergebnisse den Infektionsschutz verbessern.

Das Mittags-Symposium "Krankenhausinfektionen und Händehygiene - Wie neue Forschungsergebnisse den Infektionsschutz verbessern" (09.02. 2012, Berlin) informierte u. a. über neue Forschungsergebnisse zu den häufigsten Krankenhausinfektionen, zu Risikopatienten und effektiven Präventionsstrategien.

Ein Schwerpunkt war die Händedesinfektion - sie gilt als wichtigste Maßnahme im Gesundheitswesen, um eine Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden. Eine aktuelle Studie bietet  einen erfolgversprechenden Ansatz, die Anwenderakzeptanz des Personals bei der Händedesinfektion zu erhöhen und damit einen Beitrag für einen besseren Patientenschutz zu leisten. Dazu ein Interview mit dem Autor der Studie Prof. Dr. med. Günter Kampf:

Wie kann es sein, dass für die Händedesinfektion 30 Jahre lang eine Methode der 6 Schritte analog EN 1500 empfohlen wurde, die schlechte Benetzungsergebnisse liefert?


Günter Kampf: Das hat mit der Historie zu tun. 1978 entwickelte Ayliffe eine spezielle Technik des Waschens, die später als Standardmethode zur Prüfung der Wirksamkeit von Mitteln u. a. für die hygienische Händedesinfektion nach der EN 1500 eingeführt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war die evidenzbasierte Forschung in der Hygiene noch nicht so weit wie heute. Erst unsere Studie lieferte wissenschaftlich gesicherte Daten.

Wie kamen Sie überhaupt darauf, die 6 Schritte zu hinterfragen?

Günter Kampf: Ursprünglich wollten wir mit der Studie untersuchen, wie viel Zeit eine hygienische Händedesinfektion benötigt, um qualitativ ausreichend zu sein. Gemessen wurde dies an Benetzungslücken, da diese eine potenzielle Gefahr für die Übertragung von Infektionen darstellen. Wir waren selbst erstaunt, dass die bisher propagierten 6 Schritte unter allen untersuchten Einreibetechniken am Schlechtesten abschnitten.

Sie haben damit einen neuen Standard in der Händehygiene geschaffen?

Günter Kampf: Die „Aktion Saubere Hände" empfiehlt seit Ende letzten Jahres die eigenverantwortliche Einreibemethode. Das ist ein großer Erfolg für unsere wissenschaftliche Arbeit, weil es zeigt, wie Wissenschaft die Praxis – und damit den Infektionsschutz – verbessern kann. Es demonstriert auch, wie wichtig es ist, Standards immer wieder kritisch zu hinterfragen und die Effizienz von Maßnahmen wissenschaftlich zu belegen. Denn hier geht es immer um die Sicherheit von Personal und Patienten.