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Autor: Frosinski, JJ/ Brunkhorst, FM (2013) Quelle: Dtsch Med Wochenschr 2013; 138: 1723–1726.

KASUISTIK

Frosinski, JJ/ Brunkhorst, FM (2013)

Fatale Sepsis nach Abszess bei peripherem Venenkatheter durch E. faecalis


Hintergrund:
Periphere Venenkatheter (PVK) werden als Auslöser von nosokomialen Infektionen oftmals unterschätzt. Verzögerungen bei Diagnose und Therapie können insbesondere bei immunsupprimierten und älteren Patienten tödlich enden. Die vorliegende Kasuistik schildert eine PVK-assoziierte Sepsis mit letalem Ausgang.


Anamnese/Befund: Ein 82-jähriger Patient erkrankte an Herpes Zoster (Gürtelrose) mit Meningoenzephalitis. Die Behandlung erfolgte in einer neurologischen Klinik mit einem virostatischen Präparat (Aciclovir) intravenös über einen peripheren Venenkatheter. Mit der rechten Ellenbeuge wurde eine für das PVK-Legen ungeeignete Insertionsstelle gewählt. Die Meningoenzephalitis heilte zwar während des stationären Aufenthalts aus, jedoch entwickelte sich in der rechten Ellenbeuge eine Katheter-assoziierte Phlebitis. Der Patient erhielt ein orales Cephalosporin und wurde entlassen. Drei Tage darauf musste der Patient, im Zuge des Auftretens von Fieber und einer Verschlechterung des Allgemeinzustands, notärztlich stationär behandelt werden.


Untersuchungen: In der Ellenbeuge hatte sich ein 3×3 Zentimeter großer Abszess gebildet, der gespalten wurde. Im Blut wurden erhöhte Entzündungsparameter festgestellt, jedoch unterblieb eine mikrobiologische Diagnostik. Im Zuge der weiteren Verschlechterung des Allgemeinzustands erfolgte eine transthorakale Echokardiographie. Auf der Aortenklappe, auf der Mitralklappe und auf den Schrittmacherkabeln waren Vegetationen sichtbar.


Diagnose/Therapie/Verlauf: Die Diagnose ergab eine durch Enterococcus faecalis ausgelöste Endokarditis. Der Zustand des Patienten verschlechterte sich weiter, trotz einer auf das Antibiogramm abgestimmten Therapie mit Ampicillin und Vancomycin. An den Folgen der Katheter-assoziierten Sepsis verstarb der Patient.


Fazit: Anzeichen einer Sepsis, im vorliegenden Fall eine wiederholt aufgetretene Verwirrtheit des Patienten im Rahmen von Fieber, sollten unbedingt berücksichtigt werden. Die Autoren heben die große Bedeutung einer frühen diagnostischen Abklärung durch die Abnahme von Blutkulturen sowie einer gezielten Antibiotikatherapie nach Antibiogramm hervor.


Quelle:
Dtsch Med Wochenschr 2013; 138: 1723–1726.


Die Originalarbeit können Sie hier gegen Gebühr herunterladen.


Praxistipps zur Verbesserung der Hygiene u.a. beim Legen peripherer Venenkatheter finden Sie hier.