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Autor: Colas de la Noue A et al. (2014) Quelle: Appl. Environ. Microbiol. doi:10.1128/AEM.01871-14. AEM Accepts, published online ahead of print on 12 September 2014.

STUDIE

Colas de la Noue A et al. (2014)

Absolute Luftfeuchtigkeit beeinflusst die saisonale Beständigkeit und Infektiosität des humanen Norovirus

Hintergrund: Noroviren zählen weltweit zu den wichtigsten Erregern der akuten Gastroenteritis. In gemäßigten Klimazonen erreichen die Ausbrüche ihren saisonalen Höhepunkt in den Wintermonaten. Ungeklärt ist bislang, wie klimatische Faktoren den Ausbruch von Noroviren beeinflussen. Vor diesem Hintergrund untersuchten die Autoren den Einfluss von Luftfeuchtigkeit auf die Infektiosität von Noroviren.


Methoden: Im Rahmen der Laborstudie wurden murine Noroviren (MNV) als Surrogat menschlicher Noroviren verwendet. Die Forscher analysierten die Beständigkeit des MNV gegenüber unterschiedlichen Graden an relativer Luftfeuchtigkeit (rF). Dazu wurden die Prüfviren einer rF von 10 %  (niedrig) bis 100 % (vollkommen gesättigte Luft) bei 9°C und 25°C ausgesetzt und anschließend die Infektiosität durch Titration in Zellkultur bestimmt. Ähnliche Untersuchungen erfolgten mit virusartigen Partikeln (VLP) humaner Noroviren. Dabei wurden Veränderungen der Bindungsmuster bei Kohlenhydraten (A, B, O) untersucht, die Rückschlüsse auf Veränderungen des Kapsids zulassen.


Ergebnisse: MNV und VLP zeigten ähnliche Reaktionen auf die Luftfeuchtigkeit. Bei 10 % und 100 % rF wurde eine stark konservierende Wirkung auf MNV und VLP festgestellt. 50 % rF führte zu einer Senkung der Infektiösität bei MNV und zu einer Verringerung der Bindungskapazität bei VLP. Weite Datenanalysen wiesen darauf hin, dass nicht die rF, sondern die absolute Luftfeuchtigkeit (aF) die Infektiosität von Noroviren entscheidend beeinflusst, mit einer niedrigen aF (<0,007 kg Wasser/kg Luft) als idealer Bedingung für den Erhalt der Infektiosität. Bei Betrachtung der meteorologischen Daten in Paris (tägliche Aufzeichnung von aF und Temperatur im Zeitraum 2000 – 2013) wurde ermittelt, dass die aF im Winter in 96,3 % der Fälle unterhalb von 0,007 kg Wasser/ kg Luft lag, wohingegen sie im Sommer in nur 20,3% der Fälle darunter lag.


Fazit: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass niedrige aF-Werte in den Wintermonaten ideale Bedingungen für die Beständigkeit und damit für die Übertragung von Noroviren darstellen. Eine genaue Messung von Umgebungsparametern wie der aF kann dazu beitragen, weitere Erkenntnisse zur Epidemiologie und Übertragung von Noroviren zu gewinnen.


Quelle:
Appl. Environ. Microbiol. doi:10.1128/AEM.01871-14. AEM Accepts, published online ahead of print on 12 September 2014.


Die Originalarbeit können Sie hier gegen Gebühr herunterladen.

Praxistipp: Hygienemanagement bei Noroviren.