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Autor: Birnbach, D. J. / Nevo, I. / Scheinman, S. R. / Fitzpatrick, M. / Shekhther, I. / Lombard, J. L. (2010) Quelle: Qual Saf Health Care 2010; 19: 462-465. doi: 10.1136/qshc.2008.031013

STUDIE

Birnbach, D. J. / Nevo, I. / Scheinman, S. R. / Fitzpatrick, M. / Shekhther, I. / Lombard, J. L. (2010)

Anhand von Modellzimmern bauliche Risiken für die Patientensicherheit entdecken

Hintergrund: Sind Patientenzimmer nicht optimal gestaltet, kann sich das entscheidend auf die Händehygiene-Compliance der Mitarbeiter auswirken. Damit stellen baulich-funktionelle Unzulänglichkeiten in Krankenhäusern ein Risiko für die Patientensicherheit dar. Anhand von maßstabsgetreuen Musterzimmern, die bereits vor Fertigstellung eines neuen Krankenhausbaus gemäß den Bauplänen aufgebaut werden, kann Gestaltungsfehlern vorbeugt werden. In einem solchen Modellraum prüften Birnbach et al. daher, welchen Einfluss die Position eines Hände-Desinfektionsmittel-Spenders im Patientenzimmer auf die Compliance von Ärzten hat.


Methode: Den Bauplänen für ein neues Krankenhaus folgend, bauten Birnbach et al. ein Musterzimmer nach. Dabei montierten sie einen Dosierspender mit Hände-Desinfektionsmittel an einer von zwei Positionen an der Wand. Der Spender befand sich entweder direkt neben dem Patienten (Position 1). Er war damit für jeden deutlich sichtbar, der dem Bett zugewandt stand. Im zweiten Szenario brachten Birnbach et al. den Dosierspender – gemäß den eigentlichen Bauplänen – gegenüber dem Patientenbett in der Nähe der Tür an (Position 2) an. Der Spender lag damit nicht im Sichtfeld desjenigen, der dem Patientenbett zugewandt stand.

Eingeteilt in zwei Gruppen zu je 26 Personen nahmen insgesamt 52 Ärzte an der Studie teil. Sie waren dazu aufgefordert, eine Untersuchung an einem Testpatienten durchzuführen. Dabei befand sich der Dosierspender bei Gruppe 1 an Position 1, bei Gruppe 2 an Position 2. Das Studienszenario war so angelegt, dass die Ärzte den Patienten berühren mussten. Damit wurde sichergestellt, dass die Indikationen zur Händehygiene vor und nach Patientenkontakt gegeben waren.


Ergebnisse: Der Unterschied in der Händehygiene-Compliance zwischen den zwei Gruppen war signifikant. So desinfizierten sich 14 von 26 Ärzten (53,8 %) die Hände, wenn sich der Spender in ihrem Sichtfeld befand (Gruppe 1). Die Compliance in Gruppe 2 lag dementgegen bei 11,5 %. Somit nutzten 3 von 26 Medizinern den neben der Tür angebrachten Dosierspender. Die Baupläne wurden aufgrund der Studienergebnisse angepasst und die Spender neben den Patientenbetten (Position 1) vorgesehen.


Fazit:
Birnbach et al. fassen zusammen, dass sich anhand von Musterzimmern funktionell-bauliche Unzulänglichkeiten bereits vor Baubeginn identifizieren lassen. Damit könne negativen Auswirkungen auf die Patientensicherheit relativ einfach und kostengünstig vorgebeugt werden.


Quelle:
Qual Saf Health Care 2010; 19: 462-465. doi: 10.1136/qshc.2008.031013


Hier können Sie die Originalstudie einsehen.