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Autor: Kampf, G. / Ostermeyer, C. / Kohlmann, T. (2008) Quelle: Am J Infect Control 2008; 36: 369-374

STUDIE

Kampf, G. / Ostermeyer, C. / Kohlmann, T. (2008)

Auswirkung zweier aufeinanderfolgender chirurgischer Händedesinfektionen auf die residente Handflora

Hintergrund: Im Klinikalltag kommt es oft vor, dass zwei operative Eingriffe und somit auch chirurgische Händedesinfektionen aufeinanderfolgend vorgenommen werden. Der Effekt der gängigsten alkoholischen Hände-Desinfektionsmittel auf die Bakteriendichte der Hände blieb allerdings bisher ungeprüft. Die Studie untersuchte die Auswirkungen zweier aufeinanderfolgender Händedesinfektionen mit Sterillium auf die residente Hautflora.


Methoden:
Die Studie untersuchte Sterillium im direkten Vergleich mit einer alkoholischen Referenzlösung (60% n-Propanol) gemäß EN 12791. Der Auftrag beider Lösungen erfolgte in jeweils 2 Schritten. Sterillium wurde zuerst 1,5 Minuten lang eingerieben und der betreffenden Hand anschließend für 3 Stunden ein Handschuh übergezogen. Der zweite Auftrag von Sterillium dauerte 1,5, 1 oder 0,5 Minuten. Die Referenzlösung wurde jeweils 3 Minuten lang eingerieben. Insgesamt waren 4 unterschiedliche Verfahrensvarianten möglich. Die Studie war im lateinischen Quadrat aufgebaut: 20 Probanden waren in 4 Gruppen zu je 5 Personen aufgeteilt, sodass jede Woche alle 4 unterschiedlichen Behandlungsvarianten an jeweils verschiedenen Probandengruppen durchgeführt wurden. Die Bakteriendichte wurde für jede Behandlungsvariante viermal gemessen: direkt nach dem erstmaligen Auftrag (sofortige Wirksamkeit), 3 Stunden später, direkt nach der zweiten Händedesinfektion sowie erneut 3 Stunden darauffolgend. Während der dreistündigen Intervalle trugen die Probanden an der betreffenden Hand einen sterilen Einmalhandschuh.


Ergebnisse: Die erste Händedesinfektion mit dem Referenzalkohol reduzierte die Bakteriendichte um 2,87 log10 (sofortige Wirkung) und 2,27 log10 (nach 3 Stunden). Sterillium erzielte einen vergleichbaren Wert. Direkt nach der zweiten Desinfektion mit 60% n-Propanol war die Bakteriendichte um 0,45 log10 reduziert. Sterillium verringerte die Bakteriendichte deutlicher: um 0,71 log10 (0,5 Minuten), 0,79 log10 (1 Minute) und 1,12 log10 (1,5 Minuten). Die Unterschiede waren nicht signifikant. Nach weiteren 3 Stunden hatte sich die Bakteriendichte weiter verringert: um 1,11 log10 mit dem Referenzalkohol und bei der Desinfektion mit Sterillium um 1,89 log10 (1 Minute), 1,67 log10 (1,5 Minuten) und 1,08 log10 (0,5 Minuten). Hier waren die Unterschiede zwischen allen vier Anwendungen signifikant (p = 0,005). Keine der kürzeren Händedesinfektionen mit Sterillium war signifikant weniger wirksam als mit dem Referenzalkohol (p > 0,05).


Fazit: Die Autoren halten fest, dass die 1,5-minütige chirurgische Händedesinfektion mit einem wirksamen Hände-Desinfektionsmittel die residente Hautflora auf einem nicht mehr reduzierbaren Minimum halt. Dies gilt auch bei zwei aufeinanderfolgenden operativen Eingriffen.


Quelle:
Am J Infect Control 2008; 36: 369-374


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