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Autor: Suchomel, M. / Gnant, G. / Weinlich, M. / Rotter, M. (2009) Quelle: Journal of Hospital Infection 2009; 71: 228-233

STUDIE

Suchomel, M. / Gnant, G. / Weinlich, M. / Rotter, M. (2009)

Chirurgische Händedesinfektion mit Alkohol: Die Einfluss von Alkoholtyp sowie Art und Dauer der Anwendung

Hintergrund: Aufgrund ihrer starken antimikrobiellen Eigenschaften, schnellen Wirksamkeit, guten Hautverträglichkeit und Anwenderfreundlichkeit werden Einreibepräparate zur Händedesinfektion auf Alkoholbasis für die chirurgische Händedesinfektion empfohlen. Auf Basis der europäischen Norm EN 12791 wurden drei Hände-Desinfektionsmittel, die auf unterschiedlichen Alkoholtypen basieren, mit einer verkürzten Einwirkzeit geprüft.


Methoden: Die Studie folgte den Vorgaben des europäischen Standards EN 12791. An den drei Studienabschnitten nahmen zweimal 21 und einmal 20 Probanden teil. Diese wurden in den ersten zwei Testreihen in drei und in der dritten in vier Gruppen aufgeteilt. Die chirurgischen Händedesinfektionen wurden in der ersten Experimentreihe mit Sterillium (Propan-2-ol 45,0 g, Propan-1-ol 30,0 g, Mecetroniumetilsulfat 0,2 g) und einem Referenzalkohol (n-Propanol 60 %, v/v) durchgeführt. Dabei wurde so viel Sterillium aufgetragen, um die Hände über einen Zeitraum von 1,5 bzw. 3 Minuten feucht zu halten. Zwei weitere Hände-Desinfektionsmittel (eines auf Propanolbasis, das andere auf Basis von Ethanol) wurden in der zweiten Testreihe hinsichtlich ihrer Wirksamkeit in 1,5 Minuten getestet. In der dritten Testperiode wurden neben den Händen auch die Unterarme mit Sterillium 1,5 und 3 Minuten lang eingerieben. Die Einwirkzeit in allen drei Referenzverfahren betrug immer 3 Minuten – mit oder ohne Einreiben der Unterarme. Zur Ermittlung der unmittelbaren Wirkung sowie der 3-Stunden-Werte der unterschiedlichen Präparate rieben die Probanden die Finger je für eine Minute in Trypticase-Soja-Bouillon. Die Proben wurden anschließend seriell verdünnt, auf Agar ausplattiert und inkubiert.


Ergebnisse: Sterillium erfüllt auch bei einer verkürzten Einwirkzeit von 1,5 Minuten die Anforderungen des Referenzverfahrens nach EN 12791, sogar wenn auch die Unterarme ebenfalls eingerieben werden. Bei einer Anwendungszeit von 3 Minuten übertrifft Sterillium mit durchschnittlichen log10-Reduktionen von 3,43 ± 1,28 (Sofort-Wert) und 2,16 ± 1,23 (3-Stunden-Wert) sogar die Wirksamkeit des Referenzverfahrens (unmittelbare Reduktion) 2,97 ± 0,97; 1,60 ± 0,97 (3-Stunden-Wert). Das zweite Hände-Desinfektionsmittel auf Propanolbasis erfüllte die Testanforderungen ebenfalls. Das ethanolbasierte Hände-Desinfektionsmittel zeigte hingegen keine ausreichende Wirksamkeit bei der 1,5-minütigen Hände-Desinfektion.


Fazit: Die Autoren geben an, dass ein alkoholisches Hände-Desinfektionsmittel, bestehend aus einer Mischung aus zwei hochkonzentrierten Propanol-Typen, sogar in 1,5 Minuten mindestens ebenso wirksam ist wie die 3-minütige Händedesinfektion mit dem Referenzalkohol (EN 12791). Ein ethanolbasiertes Produkt zur Händedesinfektion erfüllte selbst bei einer gleich hohen  Alkoholkonzentration nicht die Wirksamkeitsanforderungen innerhalb von 1,5 Minuten. Die antimikrobielle Wirksamkeit von alkoholischen Hände-Desinfektionsmitteln auf die residente Handflora variiert je nach Art des verwendeten Alkohols (Propan-1-ol ist wirksamer als Propan-2-ol und dieses ist besser als Ethanol), der jeweiligen Konzentration und Einwirkzeit.


Quelle:
Journal of Hospital Infection 2009; 71: 228-233


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