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Autor: Kampf G et al. (2014) Quelle: Antimicrobial Resistance and Infection Control 3: 15.

STUDIE

Kampf G et al. (2014)

STUDIE: Chirurgische Händedesinfektion mit geringen Mengen Desinfektionsmittel kann unwirksam sein

Hintergrund: In einigen Ländern kann beobachtet werden, dass weniger als 4 ml Desinfektionsmittel für eine chirurgische Händedesinfektion empfohlen werden. Es ist jedoch nicht geklärt, ob diese geringen Mengen genauso wirksam sind wie größere, insbesondere bei größeren Händen. Ziel der Studie war es herauszufinden, ob die aufgetragene Menge und die Größe der Hände einen Einfluss auf die Wirksamkeit der chirurgischen Händedesinfektion haben.

Methode: Es wurden 13 Experimente gemäß EN 12791 durchgeführt und insgesamt 269 Datensätze von 75 Testpersonen ausgewertet. Zuerst wurden die Hände 1 Minute lang mit Seife gewaschen. Zur Ermittlung der Vorwerte wurden die Finger für 1 Minute in Trypticase-Soja-Bouillon gerieben. Anschließend wurden die Hände mit n-Propanol (60 %, v/v) eingerieben. Dabei wurde so viel Alkohol aufgetragen, um die Hände über einen Zeitraum von 3 Minuten feucht zu halten (6-12 ml). Nach der Anwendung wurde von einer Hand die Sofortwirkung bestimmt, über die andere Hand wurde für 3 Stunden ein Handschuh übergezogen (Größe 7-9). Nach dem Entfernen des Handschuhs wurden die zweiten Nachwerte ermittelt (3-Stunden-Wert). Die Mittelwertvergleiche wurden mittels ANOVA einschließlich Tukey Post-hoc-Test durchgeführt.

Ergebnisse: Die mittlere log10-Reduktion der KBE sofort nach der Anwendung betrug 2,56 ± 1,12. Die Handschuhgröße hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Wirksamkeit der Desinfektion (p = 0,182; ANOVA). Bei den Handschuhgrößen 7,5 und 8 war eine aufgebrachte Menge von 6 ml signifikant weniger wirksam als eine Menge von 9 ml (p < 0,05; Tukey Post-hoc-Analyse). Nach 3 Stunden lag die mittlere log10-Reduktion bei 2,12 ± 1,24. Auch hier war eine Menge von 6 ml signifikant weniger wirksam als 12 ml bei Handschuhgröße 7 sowie 9 ml bei den Handschuhgrößen 7,5 und 8 (p < 0,05).

Fazit: Unabhängig von der Größe der Hände ist es wahrscheinlich, dass die Anwendung geringerer Mengen chirurgischen Hände-Desinfektionsmittels eine schlechtere Wirksamkeit erreicht als das Referenzverfahren nach EN 12791.


Quelle:
Antimicrobial Resistance and Infection Control 3: 15.


Die Originalstudie in englischer Sprache finden sie hier.