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Autor: Proske O. / Sauermann G. / Pietsch H. / Rohde B. (1995) Quelle: Hyg Med 1995; 20: 535-542

STUDIE

Proske O. / Sauermann G. / Pietsch H. / Rohde B. (1995)

Die Hautverträglichkeit von Mecetroniumetilsulfat in einem Händedesinfektionsmittel – eine klinische Studie

Hintergrund: Die Auswahlkriterien für ein Händedesinfektionsmittel beruhen zum einen auf den Ergebnissen bakteriologischer Untersuchungen und zum anderen auf dessen klinischer Hautverträglichkeit. Gerade letzteres ist in Verbindung mit der subjektiven Anwenderakzeptanz besonders wichtig im Hinblick auf die Compliance. Die vorliegende Studie untersuchte vor diesem Hintergrund das Hände-Desinfektionsmittel Sterillium mit dem Wirkstoff Mecetroniumetilsulfat (MES) im direkten Vergleich zur Sterillium-Basisrezeptur ohne MES (Kontrollgruppe). Zentral war die Frage, welchen Einfluss MES auf die dermatologisch-kosmetischen Eigenschaften von Sterillium hat.


Methoden: In Form einer Doppelblind-Studie im Cross-over-Design wurde Sterillium mit MES und als Kontrolle die Sterillium-Basisrezeptur ohne MES an insgesamt 15 Probanden über einen Zeitraum von 2 x 4 Wochen untersucht. Beide Produkte wurden gleichzeitig getestet: Eines an der linken, das andere an der rechten Hand. Nach einem 5-wöchigen Ruheintervall wurden die Produkte auf die jeweils andere Hand aufgetragen. In beiden Testperioden waren die Studienteilnehmer dazu angehalten, die Anwendung so häufig wie möglich an den Werktagen durchzufuhren. Zu Beginn und am Ende der beiden Testzyklen erfolgte eine fachärztliche Begutachtung der Hände. Die medizinische Begutachtung wurde durch Fragebogen ergänzt. Zur Evaluierung der subjektiven Hautverträglichkeit erhielten auch die Probanden standardisierte Fragebögen. Einmal wöchentlich wurde die Hautfeuchtigkeit mit dem Corneometer als Hautkapazität gemessen und die Hautrauigkeit ermittelt. Weitere Hautveränderungen wurden mittels Reflexions- und Fluoreszenzspektroskopie erfasst.


Ergebnisse: Beide Testpräparate erwiesen sich sowohl in der fachärztlichen Begutachtung als auch der subjektiven Bewertung der Probanden als gut hautverträglich. So registrierten zwei Drittel der Probanden wahrend beider Testperioden keinerlei negative Veränderungen an ihren Händen – ein Drittel berichtete von einem positiven Effekt beider Produkte. Die Verwendung von Sterillium mit MES führte zu einer Glättung der Haut, die ab Ende der 2. Woche gegenüber der Kontrollrezeptur signifikant war. Die Testergebnisse der Reflexionsspektroskopie beider Präparate sowie die im 1. Testzyklus erhöhte relative Hautkapazität deuteten zudem auf eine Verbesserung der Hautfeuchtigkeit hin. Die während der 2. Testphase bei beiden Rezepturen aufgetretene und minimal zugenommene Trockenheit und Rauigkeit kann auf witterungsbedingte Umstände zurückgeführt werden, denn im Herbst tritt trockene Haut verstärkt auf.


Fazit: Im Vergleich zum Kontrollpräparat bewirkte das MES in Sterillium eine signifikante Verminderung der Hautrauigkeit am Handrücken und zeigte mindestens eine Äquivalenz hinsichtlich der für die Hautverträglichkeit wichtigen Bewertungskriterien. Zusammenfassend halten die Autoren fest, dass die gute Hautverträglichkeit von Sterillium und MES auch bei regelmäßiger Anwendung gegeben ist.


Quelle:
Hyg Med 1995; 20: 535-542