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Autor: Kampf, G. / Steinmann, J. / Rabenau, H. (2007) Quelle: BMC Infectious Diseases 2007; 7:5

STUDIE

Kampf, G. / Steinmann, J. / Rabenau, H. (2007)

Eignung des Vacciniavirus und Bovinen Virusdiarrhoe-Virus (BVDV) zur Ermittlung der Viruswirksamkeit von drei marktüblichen alkoholischen Hände-Desinfektionsmitteln

Hintergrund: Bislang gibt es kein europäisches Standardverfahren, um die Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln gegenüber behüllten Viren zu ermitteln. Im Jahre 2004 wurde in Deutschland jedoch eine nationale Testmethode veröffentlicht: Nach dieser kann eine Wirksamkeit gegenüber allen klinisch relevanten behüllten Viren (einschließlich HBV, HCV und HIV) ausgelobt werden, wenn das Hände-Desinfektionsmittel Vacciniaviren und den Bovinen Virusdiarrhoe-Virus (BVDV) wirksam inaktiviert. Es wurde allerdings nie systematisch aufgezeigt, ob andere relevante Viren innerhalb derselben Einwirkzeit inaktiviert werden.


Methode: Zur Untersuchung der Wirksamkeit von drei Hände-Desinfektionsmitteln gegenüber dem Vacciniavirus, BVDV sowie vier anderen behüllten Viren wurde die Reduzierung der Virusinfektiosität gemäß der DVV/RKI*-Richtlinie gemessen. Das Testprinzip ist mit EN 14476 identisch. Der Test wurde mit drei Hände-Desinfektionsmitteln durchgeführt: Sterillium (45 % Isopropanol, 30 % n-Propanol und 0,2 % Mecetroniumetilsulfat), Manusept basic (80 % Ethanol) und Sterillium Virugard (95 % Ethanol). Neben dem Vacciniavirus und BVDV wurde auch das Herpes-simplex-Virus (HSV) Typ 1 und Typ 2 sowie zwei Influenzaviren der Gattung A (human und aviar) getestet. Die Einwirkzeiten betrugen 15, 30 und 60 Sekunden. Vier unterschiedliche organische Belastungssubstanzen kamen zur Anwendung: 10 % fetales Kälberserum (FKS), 0,2 % bovines Serumalbumin (BSA) und 0,03 % BSA mit geringer sowie 0,3 % BSA mit hoher Belastung nach EN 14476. Als Negativkontrolle diente destilliertes Wasser. Die Wirksamkeit wurde als log10-Reduktion der Virusinfektiosität ausgedruckt.


Ergebnis: Unabhängig von der organischen Belastungssubstanz reduzierten alle drei alkoholischen Hände-Desinfektionsmittel innerhalb von 15 Sekunden die Infektiosität des Vacciniavirus und des BVDV um ≥ 4 log10-Stufen. Bei den vier weiteren behüllten Viren fielen die Ergebnisse bei einer Einwirkzeit von 15 Sekunden ähnlich aus – auch hier unabhängig von der Belastungssubstanz.


Fazit: Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die im Test verwendeten organischen Belastungssubstanzen die Wirksamkeit der Hände-Desinfektionsmittel gegenüber behüllten Viren kaum beeinträchtigen. Es wurde bereits in einem praxisnahen Test gezeigt, dass die Art der Belastung die Reduzierung der Virusinfektiösitat signifikant beeinträchtigen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Wirksamkeit von Hände-Desinfektionsmittel gegenüber unterschiedlichen Viren unter Verwendung von verschiedenen organischen Belastungssubstanzen nachzuweisen.


Quelle:
BMC Infectious Diseases 2007; 7:5


*Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten e.V. (DVV), Robert Koch-Institut (RKI)


Hier können Sie die Originalstudie einsehen.