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Autor: Kampf et al. (2011) Quelle: BMC Proc. 2011; 5(Suppl 6): P27

STUDIE

Kampf et al. (2011)

Eine neue Methode zur Bestimmung der viruziden Wirksamkeit von Hände-Desinfektionsmitteln gegenüber dem murinen Norovirus als Surrogat des humanen Norovirus


Hintergrund:
Die viruzide Wirkung von Hände-Desinfektionsmitteln wird in Europa im Suspensionsversuch bestimmt. Bislang gibt es keine Methode, die Wirksamkeit an der kontaminierten Hand zu prüfen. Aus diesem Grund war es Ziel der Studie, eine Methode zu entwickeln, die sowohl hinsichtlich der Kontamination als auch der Behandlung der Hände der klinischen Praxis möglichst nahe kommt.


Methode: Das murine Norovirus (MNV) wurde als Testvirus verwendet, da es nicht humanpathogen und dem humanen Norovirus sehr ähnlich ist. Die Probanden kontaminierten ihre Fingerkuppen durch Eintauchen in eine MNV-Suspension, versetzt mit 5 % Stuhl-Suspension. Nach dem Trocknen an der Luft wurden auf die Fingerkuppen Röhrchen mit Sammelflüssigkeit gesetzt und geschüttelt, um Proben zu nehmen. Anschließend wurden die Fingerkuppen wieder kontaminiert und dann für 30 Sekunden mit 3 ml Hände-Desinfektionsmittel oder Wasser (Negativkontrolle) behandelt. Insgesamt wurden vier unterschiedliche flüssige Produkte und ein Gel getestet. Nach wiederholter Probennahme wurde die Viruslast in der Flüssigkeit mittels Zellkulturen ermittelt.


Ergebnisse: Die ethanolischen Präparate erzielten eine mittlere log10-Reduktion der MNV-Viruslast von 4,32 (80 % Ethanol), 4,59 (85 % Ethanol, flüssig), 4,52 (85 % Ethanol, Gel) und 4,44 (95 % Ethanol) und waren somit signifikant wirksamer als die Anwendung von Wasser (Mittelwerte zwischen 2,29 und 2,67). Das propanolische Hände-Desinfektionsmittel (30 % Propan-1-ol, 45 % Propan-2-ol und 0,2 % Mecetroniumetilsulfat) war weniger wirksam (3,77).


Schlussfolgerungen: Die neue Methode erlaubt, die Wirksamkeit von Hände-Desinfektionsmitteln unter praxisnahen Bedingungen zu bestimmen. Die getesteten ethanolischen Hände-Desinfektionsmittel inaktivieren MNV zu > 99,99 %.


Quelle:
BMC Proc. 2011; 5(Suppl 6): P27


Hier können Sie die Originalstudie einsehen.