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Autor: Hirschmann et al (2001) Quelle: Journal of Hospital Infection 2001, 49 (3): 199–203

STUDIE

Hirschmann et al (2001)

Einfluss der Händehygiene auf die Häufigkeit von Komplikationen vor dem Legen von peripheren Venenkathetern

Hintergrund: Rund zwei Drittel der in Krankenhäusern behandelten Patienten erhalten intravenöse Infusionen über periphere Venenkatheter (PVKs). Erfolgen dabei keine indikationsgerechten Händehygiene-Maßnahmen, kann dies u.a. zu lokalen oder auch systemischen Infektionen führen. Systemische Komplikationen sind nicht nur sehr kostspielig, sondern sie verlängern einen Krankenhausaufenthalt zudem um durchschnittlich acht Tage.


Methoden: Ziel der prospektiven Studie war es, den Zusammenhang von verschiedenen Händehygiene-Maßnahmen vor dem Einführen von PVKs und der Häufigkeit infektiöser Komplikationen (u.a. lokale Rötung, Schwellungen und Eiterbildung) zu untersuchen. Die Analyse wurde in drei österreichischen Krankenhäusern durchgeführt und bezog insgesamt 1132 PVKs mit ein. Zur Dokumentation der relevanten Daten wurden spezielle Protokoll-Formulare bei Einführung und Entfernung jedes Katheters ausgefüllt.


Ergebnis: Im Vergleich zum Händewaschen gingen die Händedesinfektion vor der Einführung der Katheter und das Tragen von Handschuhen mit einer wesentlich geringeren Komplikationsrate einher. Außerdem wurde kein signifikanter Unterschied zwischen dem Verzicht auf Händehygiene-Maßnahmen und dem Händewaschen im Hinblick auf infektiöse Komplikationen festgestellt. Die Häufigkeit von Komplikationen nahm mit der Liegedauer der PVKs zu und war nach 49 Stunden bedeutend höher als bei kurzzeitiger Katheterisierung (bis zu 24 Stunden). Darüber hinaus traten bei den in OP-Sälen angelegten PVKs weniger Komplikationen auf als auf Stationen oder im ambulanten Bereich.


Fazit: Durch das Tragen von Handschuhen beim Einführen eines PVKs oder durch eine Händedesinfektion vor dem Legen des Katheters kann einer Rekontamination der bereits desinfizierten Insertionsstelle durch erneute Palpation der Vene vorgebeugt werden. Die Ergebnisse unterstreichen das Erfordernis, effektivere Maßnahmen zur Händehygiene zu fördern.


Quelle: Journal of Hospital Infection 2001, 49 (3): 199–203


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