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Autor: Venkatesh et al. Quelle: Infect Control Hosp Epidemiol 2011;32(11):1120-1123

STUDIE

Venkatesh et al.

Einflussfaktoren auf die Händehygiene-Compliance auf Notfallstationen


Überblick: Obwohl eine sachgerecht durchgeführte Händehygiene erwiesenermaßen nosokomiale Infektionen verhindert, ist die Compliance der Händehygiene immer noch ungenügend. Hierbei spielen unterschiedlichste Faktoren, wie zum Beispiel hohe Arbeitsbelastung, Benutzung von Handschuhen, Berufsgruppe, hoher Patientendurchlauf und häufige invasive Maßnahmen, eine Rolle. Viele dieser Faktoren kommen insbesondere auf Notfallstationen zusammen. Bislang gab es nur wenige Studien, die die Händehygiene-Compliance auf Notfallstationen untersucht haben. Deshalb wurde in der Notaufnahme einer großen, städtischen Klinik in den USA diese Beobachtungsstudie durchgeführt. Es wurde festgestellt, welchen Einfluss die Berufsgruppe (Ärzte bis Pflegepersonal), die Raumaufteilung bzw. der Grundriss der Station sowie die Arbeitsabläufe auf die Compliance der Händehygiene haben.


Methoden: Fünf geschulte Forschungsmitarbeiter der Notfallstation sowie ein Hygienebeauftragter führten von Januar 2009 bis April 2010 nach den Richtlinien der WHO (World Health Organization) Beobachtungen der Händehygiene-Compliance durch. Die einzelnen Beobachtungszeiträume umfassten 30 bis 90 Minuten und wurden auf den Tag zwischen 7 Uhr morgens und 2 Uhr nachts verteilt. Als Händehygiene-Compliance wurden Händewaschen und der Gebrauch von alkoholischen Hände-Desinfektionsmitteln vor und nach jedem Patientenkontakt bezeichnet.


Ergebnisse: Innerhalb von 16 Monaten wurden insgesamt 5.865 Situationen beobachtet, die eine Händedesinfektion, bzw. -waschung erforderten. Die Händehygiene-Compliance lag insgesamt bei 89,7 % (95 % Konfidenzintervall; 88,9 %-90,5 %). Die multivariate Analyse ergab, dass die Compliance bei der Versorgung von Patienten in Flurbetten am niedrigsten war (82,3 %). Weiterhin war die Benutzung von Einmal-Handschuhen ein wichtiger Einflussfaktor – hier lag die Compliance bei 83,3 %, gefolgt von der Patientenversorgung auf der Beobachtungsstation (84 %) und der Nähe des Patientenzimmers zum Stationszimmer (88,7 %). Im Gegensatz zu vergangenen Studien, wurde in dieser Studie eine hohe Händehygiene-Compliance bei Ärzten und Assistenzärzten festgestellt (91,9 % bzw. 96,7 %).


Schlussfolgerung: Die Einhaltung der Händehygiene wird auf der Notfallstation sowohl von herkömmlichen als auch von stationsspezifischen Faktoren beeinflusst. Zur Erhöhung der Händehygiene-Compliance in der Notaufnahme sollten deshalb auch stationsspezifische Barrieren gegenüber Händehygiene berücksichtigt werden. Darüber hinaus empfehlen die Autoren, dass zukünftige Studien den Zusammenhang zwischen der hohen Patientenauslastung auf Notfallstationen und der Händehygiene-Compliance untersuchen sollten.


Quelle:
Infect Control Hosp Epidemiol 2011;32(11):1120-1123

Die Originalarbeit in englischer Sprache kann hier gegen Gebühr heruntergeladen werden.