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Autor: Dixit et al. (2012) Quelle: BMJ Open 2012;2: e002188. doi: 10.1136/bmjopen-2012-002188

STUDIE

Dixit et al. (2012)

Einstellungen und Überzeugungen zur Händehygiene unter Assistenzärzten in der Pädiatrie

Hintergrund: Virale Atemwegserkrankungen sind auf pädiatrischen Stationen ein häufiger Aufnahmegrund und gehören zu den Erkrankungen, die auch nosokomial auf den Stationen erworben werden können. Die Transmission der Erreger erfolgt dabei häufig über die Hände des Personals. Im Rahmen einer qualitativen Studie mit Interviews untersuchten Dixit et al. die Einstellungen und Überzeugungen zur Händehygiene unter pädiatrischen Assistenzärzten in einem kanadischen Kinderklinikum.


Methoden:
Ein qualitatives Studiendesign wurde erarbeitet, um Themen im Hinblick auf Einstellungen und Überzeugungen pädiatrischer Assistenzärzte zur Händehygiene zu generieren. Es wurden halbstandardisierte, 45-60-minütige Interviews mit 22 Assistenzärzten im Alter von 24 bis 40 Jahren durchgeführt, die sich zwischen dem 1. und 4. Jahr ihrer Ausbildung befanden. 82 Prozent der Befragten waren weiblich. Die Interviews basierten auf einem Leitfaden, der vier thematische Hauptgruppen umfasste: Angewohnheiten, Gruppendynamik, Rahmenbedingungen und Modelle für die Einhaltung der Händehygiene. Mithilfe qualitativer Interpretationsmethoden wurden Übereinstimmungen identifiziert und ein Codierungssystem entwickelt, das in weiteren Analysen zu vier Hauptthemen führte. Die Probanden wurden abschließend befragt, ob die Hauptthemen ihren Intentionen entsprachen, um deren Genauigkeit und Validität zu prüfen.


Ergebnis: Die Autoren identifizierten vier wichtige Faktoren, die die Compliance beeinflussen: Das Vorbildverhalten, z. B. von Stationsärzten, eine Prioritätensetzung zuungunsten der Händehygiene, wenn es zu Unterbrechungen wie die Versorgung akut Erkrankter kommt, der eigene Schutz vor Infektionen und persönliche Angewohnheiten bei der Entscheidung zur Händehygiene.


Fazit: Vor dem Hintergrund ihrer Ergebnisse empfehlen die Autoren, bei Interventionsprogrammen zur Compliance-Förderung wegen der Breitenwirkung vor allem die Compliance der Rollenvorbilder, wie z. B. Stationsärzte, zu trainieren. Auch die Bedeutung persönlicher Angewohnheiten und der Wunsch nach Eigenschutz sollten in künftigen Compliance-Strategien berücksichtigt werden.


Quelle: BMJ Open 2012;2: e002188. doi: 10.1136/bmjopen-2012-002188


Hier können Sie die Originalstudie einsehen.