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Autor: Day, C. (2009) Quelle: Day, C. Engaging the Nursing Workforce, Nursing Administration Quarterly, July/September 2009, Vol. 33, No. 3

STUDIE

Day, C. (2009)

Evidenzbasierte multimodale Händehygiene-Intervention steigert Compliance von 45 auf 85 %

Hintergrund: Nosokomiale Infektionen gehören zu den maßgeblichen Risiken von Klinikaufenthalten. Kontaminierte Hände von Gesundheitsmitarbeitern stellen hierbei den wichtigsten Übertragungsweg dar. Eine fundierte Händehygiene ist daher wichtig für die Gesundheit und Sicherheit der Patienten. Dennoch ist die Compliancerate in vielen Krankenhäusern niedriger als 50 %. 2006 lag die Compliance der Mitarbeiter der Stanford Hospital & Clinics (SHC) bei unter 20 %   durch eine offensive Kampagne konnte diese auf 45 % gesteigert werden. Diese suboptimale Ausgangssituation diente als Antrieb für eine weiterführende Intervention.


Methode: Basierend auf einer Literaturrecherche und Analyse der publizierten Interventionsstudien der Jahre 2000 bis 2007 entwickelte Day eine Empfehlungs-Richtlinie für die Verbesserung der Händehygiene. Die Richtlinie umfasste folgende Empfehlungen:

  1. Durchführung eines Händehygiene Programms oder einer Kampagne, um Händehygiene in das Bewusstsein von Mitarbeitern und Patienten zu rücken.
  2. Schulung der Mitarbeiter in Bezug auf Händehygiene-Protokolle und -techniken.
  3. Monitoring und Feedback zum Händehygiene-Verhalten der Mitarbeiter.
  4. Auswahl und Bereitstellung von Produkten zur alkoholischen Händedesinfektion und zur Hautpflege.
  5. Involvieren der Führungskräfte, um die Händehygiene zu unterstützen und voranzutreiben.

Gemeinsam mit einem Team aus Führungskräften, Hygiene- und Qualitätsexperten wurde darauf aufbauend ein Compliance-Ziel von 90 % festgelegt und Interventionen für jeden Punkt der Richtlinie entwickelt. Folgende Interventionen wurden über einen Zeitraum von 4 Monaten im SHC durchgeführt:

  1. Kampagne und Führungskräfte: Neben eigens für die Kampagne gestalteten Postern, die im Krankenhaus angebracht wurden, unterzeichneten alle Mitarbeiter ein „Händehygiene-Versprechen“, in dem sie ihr Engagement versicherten. Die Vorgesetzten der einzelnen Stationen unterstützten die Kampagne durch regelmäßige Kontrollen und monatliche „Call to Action“ um einen Kulturwandel hin zu einer besseren Händehygiene zu fördern. Zusätzlich wurde die Händehygiene als Agendapunkt in alle Meetings aufgenommen.
  2. Schulung und Feedback: Hygiene-Experten führten Kontrollen und Demonstrationen mit Agar-Platten und fluoreszierendem Händedesinfektionsmittel durch. Die Compliance wurde vor, während und nach der Intervention durch versteckte Beobachter gemessen. Die Ergebnisse der Compliance-Beobachtungen sowie Daten zu MRSA-Infektionen wurden in monatlichen Meetings veröffentlicht.
  3. Produktverfügbarkeit: Alkoholische Händedesinfektionsmittel wurden bereits vor der Intervention verwendet. Spender waren hierzu hauptsächlich an den Türen der Patientenzimmer angebracht. Zusätzliche Händedesinfektionsmittel-Spender wurden auf Anfrage der Mitarbeiter montiert, weitere frei stehende Spender wurden strategisch in der Einrichtung verteilt. Die einzelnen Stationen testeten verschiedene Händedesinfektionsmittel und konnten sich für einen Favoriten entscheiden.


Ergebnisse:
Die durchschnittliche Händehygiene der Mitarbeiter des SHC stieg innerhalb der ersten 6 Monate der multimodalen Intervention von 45 auf 85 %. Krankenschwestern und -pfleger zeigten die höchste Compliance (90 %), gefolgt von Ärzten (85 %) und weiteren Mitarbeitern (79 %).


Fazit: Die Studienergebnisse zeigen, dass eine multimodale Intervention die Händehygiene-Compliance verbessern kann. Auf Basis von evidenzbasierten Empfehlungen können einrichtungsspezifische Ansätze entwickelt und damit die Händehygiene-Kultur verbessert werden, schließt Day.


Quelle:
Day, C. Engaging the Nursing Workforce, Nursing Administration Quarterly, July/September 2009, Vol. 33, No. 3


Die Originalarbeit können Sie hier gebührenpflichtig herunterladen.