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Autor: Marchand, G. / Duchaine, C. / Lavoie, J. / Veilleitte, M / Cloutier Y. (2016) Quelle: Marchand, G. et al. Bacteria emitted in ambient air during bronchoscopy – a risk to health care workers? American Journal of Infection Control, 2016, in press.

STUDIE

Marchand, G. / Duchaine, C. / Lavoie, J. / Veilleitte, M / Cloutier Y. (2016)

Gefahr aus der Luft – Keimbelastete Luft bei bronchoskopischen Eingriffen

Hintergrund: Erhöhtes Berufsrisiko: Mitarbeiter des Gesundheitswesens sind permanent gefährdet, sich am Arbeitsplatz mit Infektionskrankheiten anzustecken. Einige medizinische Behandlungsmethoden erhöhen dieses Risiko zusätzlich – beispielsweise durch aerogene Mikroorganismen. Eingriffe, bei denen infektiöse Aerosole freigesetzt werden können, sind z. B. Intubationen und Bronchoskopien. Beim Einführen des Bronchoskops wird der Hustenreflex des Patienten ausgelöst, wobei Tröpfchen entstehen, die von Mitarbeitern inhaliert werden können. In ihrer Studie untersuchen Marchand et al. erstmals die Konzentration von Bioaerosolen, denen Mitarbeiter während einer Bronchoskopie ausgesetzt sind.


Methode: Marchand et al. untersuchten die Belastung der Luft durch aerogene Keime während bronchoskopischer Untersuchungen. Hierzu führten Sie ganztägige Probenahmen in zwei Untersuchungsräumen durch. Alle Proben wurden innerhalb eines 1,5 m Radius vom Mund des Patienten und der Atemzone des Mitarbeiters gesammelt. Anschließend wurden die kultivierbaren Bakterien identifiziert und die Proben mittels quantitativer PCR auf weitere Erreger untersucht.


Ergebnisse: Die mittlere Konzentration kultivierbarer Bakterien lag zwischen 43 – 100 KBE/m3 Luft in Raum A und 40 – 370 KBE/ m3 Luft in Raum B. Während der Bronchoskopien war die Konzentration signifikant erhöht gegenüber der Hintergrundmessung.

Die Analyse der Proben ergab eine Vielzahl verschiedener Erreger. Der Großteil der detektierten Erreger waren normale nicht-pathogene Erreger, wie Streptococcus spp., Neisseria spp und Corynebacterium spp. Dennoch wurden auch einige opportunistische Erreger gefunden, wie beispielsweise Streptococcus pneumoniae. Alle Proben enthielten mindestens einen Staphylococcus-Stamm, weiteren Analysen zufolge gehörten diese jedoch nicht zu Staphylococcus aureus.


Fazit: Die Studie zeigt, dass potenziell pathogene Bakterien während der Durchführung von Bronchoskopien durch den ausgelösten Hustenreiz in die Luft gelangen können. Mitarbeiter, die sich während der Untersuchung in direkter Nähe des Patienten befinden müssen, können daher mit nosokomialen Erregern in Kontakt kommen. Die Forscher empfehlen, diesem Risiko durch die Implementierung entsprechender Hygiene-Protokolle sowie der Bereitstellung der entsprechenden persönlichen Schutzausrüstung zu begegnen.

Die Autoren betonen außerdem, dass die Überlebensfähigkeit von Mikroorganismen oft unterschätzt wird: So können nosokomiale Erreger auf unbelebten Flächen überleben und durch Bewegungen und Luftverwirbelungen später wieder in die Luft gelangen. Die intensive und umfassende Desinfektion der Untersuchungsräume ist den Autoren zufolge daher von hoher Bedeutung.


Quelle:
Marchand, G. et al. Bacteria emitted in ambient air during bronchoscopy – a risk to health care workers? American Journal of Infection Control, 2016, in press.


Die Originalarbeit können Sie hier gebührenpflichtig herunterladen.