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Autor: Jungbauer et al. Quelle: Contact Dermatitis 2004: 51: 135-140

STUDIE

Jungbauer et al.

Hautschutz in der Krankenpflege: Die Förderung des Gebrauchs von Schutzhandschuhen und alkoholischen Hände-Desinfektionsmitteln


Hintergrund

Hautkrankheiten gehören zu den häufigsten berufsbezogenen Krankheiten der Industrieländer. Krankenschwestern, die häufig im feuchten Milieu (z.B. Kontakt mit Wasser) arbeiten, zeigen ein erhöhtes Risiko für Kontaktdermatitis an den Händen. Bisher ist unklar, welche Rolle der Gebrauch von Wasser und Seife, alkoholischen Hände-Desinfektionsmitteln und Schutzhandschuhen in Präventionsprogrammen spielen. Theoretisch müsste das Händewaschen mit Wasser und Seife den natürlichen Säureschutzmantel der Haut stärker angreifen als alkoholische Hände-Desinfektionsmittel. Dies kann zu einem erhöhten Wasserverlust der Haut führen. Die vorliegende Studie beschreibt den Einfluss zweier zusätzlicher Schutzmaßnahmen, die die Hautirritation minimieren sollen. Wenn die Hände keine sichtbaren Verschmutzungen aufweisen, sollten alkoholische Hände-Desinfektionsmittel bevorzugt werden. Bei Arbeiten im Nassbereich wie z.B. das Waschen von Patienten, sollen Handschuhe benutzt werden.


Methoden

Häufigkeit und Dauer der täglichen Arbeit des Krankenpflegepersonals im feuchten Milieu wurden vorab durch Beobachtung bestimmt und als „reguläres Modell“ bezeichnet. Hierbei wurden Schutzhandschuhe viermal für die Dauer von drei Minuten benutzt. Die Hände wurden zehnmal für jeweils eine Minute mit Wasser und Seife gewaschen und achtzehnmal mit einem alkoholischen Hände-Desinfektionsmittel desinfiziert.
Im Gegensatz dazu wurden im sogenannten „Präventionsmodell“ die Schutzhandschuhe sechsmal für jeweils eine Minute, viermal für jeweils drei Minuten und viermal für jeweils vier Minuten getragen. Die Hände wurden nur zweimal für eine Minute mit Wasser und Seife gewaschen und sogar dreißigmal mit alkoholischen Hände-Desinfektionsmitteln desinfiziert.
Insgesamt wurden 39 freiwillige Probanden entweder dem „regulären Modell“ oder dem „Präventionsmodell“ zufällig zugeordnet. Deren Hände wurden fünf Tage pro Woche für insgesamt drei Wochen gemäß dem jeweiligen Modell behandelt. Die Veränderung des transepidermalen Wasserverlustes der Haut wurde am Tag 0, 7, 14 und 21 auf dem Handrücken gemessen.


Ergebnisse

Insgesamt wurden die Daten von 33 Probanden ausgewertet, 17 von ihnen gehörten zum „regulären Modell“ und 16 zum „Präventionsmodell“.
Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Unterschied in der Veränderung des transepidermalen Wasserverlustes der Haut zwischen den beiden Versuchsmodellen. Der Grad der Hautirritation ist beim „regulären Modell“ angestiegen (+ 9,6 g/m2 hr), während sich der Grad der Hautirritation beim „Präventionsmodell“ reduzierte (- 2,1 g/m2 hr). Das Tragen von Schutzhandschuhen hatte keinen signifikanten Einfluss auf den transepidermalen Wasserverlust der Haut.


Fazit

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie bestätigen den Nutzen der häufigen Händedesinfektion sowie des seltenen Waschens für die Gesundheit der Haut.


Quelle:
Contact Dermatitis 2004: 51: 135-140

Die komplette Studie kann gegen Gebühr hier heruntergeladen werden.