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Auror: Pujol M et al. (2007) Quelle: Journal of Hospital Infection 67, 22–29.

STUDIE

Pujol M et al. (2007)

Klinische Epidemiologie und Folgen von Blutstrominfektionen durch periphere Venenkatheter in einem Universitätsklinikum


Hintergrund:
Periphere Venenkatheter (PVK) werden zunehmend in Kliniken eingesetzt und können zu schwerwiegenden Blutstrominfektionen (BSI) führen, insbesondere, wenn diese durch invasive Erreger wie z. B. Staphylococcus aureus ausgelöst werden. Trotz der hohen Verbreitung peripherer Venenkatheter gibt es immer noch Kontroversen zu Inzidenz und klinischer Bedeutung PVK-assoziierter BSI sowie um die Methoden zur Prävention.


Methoden: Die prospektive Studie wurde zwischen Oktober 2001 und März 2003 in einem Universitätsklinikum mit 900 Betten in Barcelona durchgeführt. Ziel war die Analyse der klinischen Epidemiologie und der Folgen nosokomialer BSI, die durch Kurzzeit- und Dauerinfusionen mit peripheren Venenkathetern auf Nicht-Intensivstationen auftraten. Dabei wurden die Fälle der durch PVK verursachten Sepsen mit den Daten zu zentralen Venenkathetern (ZVK) verglichen. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 63,2 Jahre.


Ergebnisse: Insgesamt wurden bei 147 Patienten 150 Fälle Katheter-assoziierter BSI identifiziert. 77 Fälle (0,19 Fälle/ 1000 Patiententage) waren durch PVK ausgelöst worden und 73 Fälle (0,18 Fälle/1000 Patiententage) gingen auf ZVK zurück. Patienten mit PVK-BSI hatten den Katheter zu 42 % in der Notaufnahme erhalten, bei Patienten mit ZVK-BSI war dies bei keinem Katheter der Fall. Der Zeitraum zwischen dem Anlegen des Katheters und dem Auftreten der Bakteriämie war bei Patienten mit PVK-assoziierter BSI kürzer (4,9 vs. 15,4 Tage) und die Infektion wurde häufiger durch S. aureus ausgelöst (53 % vs. 33 %). Zudem war die Verweildauer der PVK bei den in der Notaufnahme gelegten Kathetern deutlich kürzer als auf Krankenstationen (3,7 vs. 5,7 Tage). Bei Patienten mit PVK-assoziierter BSI waren die durch S. aureus ausgelösten Infektionen mit einer höheren Rate komplizierter Bakteriämien (7 % vs. 0 %) verbunden als bei anderen Erregern, sowie mit einer höheren Sterblichkeitsrate (27 % vs. 11 %).


Fazit: Blutstrominfektionen z. B. durch S. aureus können schwerwiegende Komplikationen zur Folge haben. Die Autoren empfehlen, die mit dem PVK-Legen verbundenen Risiken weiter zu erforschen und sehen die Durchführung gezielter Interventionen als wichtiges Mittel zur Senkung der Infektionsraten an.


Quelle:
Journal of Hospital Infection 67, 22–29.


Die Originalarbeit können Sie hier gegen Gebühr herunterladen.


Praxistipps zur Verbesserung der Hygiene u.a. beim Legen peripherer Venenkatheter finden Sie hier.


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