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Autor: Oman KS et al. Quelle: Am J Infect Control. 2012 Aug;40(6):548-53.

STUDIE

Oman KS et al.

Krankenhausweite Interventionen zur Reduzierung von Katheter-assoziierten Harnwegsinfektionen

Hintergrund: Katheter-assoziierte Harnwegsinfektionen (HWI) kommen häufig vor, gehen mit erhöhter Morbidität einher und sind kostspielig. Bei fast 25 Prozent aller Krankenhauspatienten wird ein Blasenkatheter gelegt, 10 Prozent von diesen entwickeln eine Harnwegsinfektion. Obwohl es evidenzbasierte Richtlinien zum Katheter-Management gibt, werden diese nicht konsequent eingehalten. Aus diesem Grund wurde am Universitätskrankenhaus in Aurora (Colorado, USA) eine Studie durchgeführt, bei der evidenzbasierte, krankenhausweite Interventionen zur Verbesserung des Blasenkatheter-Managements entwickelt und umgesetzt und die Auswirkung dieser Interventionen auf die Liegedauer von Dauerkathetern und die Rate der Katheter-assoziierten HWI bei Patienten auf zwei chirurgischen/peripheren Stationen gemessen.

Methoden: Es wurde ein Prä- und Postinterventionsdesign genutzt. Die Interventionen umfassten krankenhausweite Strategien einschließlich Produkt- und Methodenverbesserungen (z.B. Einführung von Katheterpflege-Runden von Pflegepersonal, Katheterpflege-Poster an verschiedenen Stellen der Stationen, Einbeziehung der Patienten und Angehörigen zur Überprüfung, ob der Blasenkatheter weiterhin notwendig ist usw.), stationsspezifische Maßnahmen mit Fokus auf die Bewertung aktueller Erkenntnisse, um Empfehlungen für die Praxis abzuleiten sowie umfassende Pflegepersonal-Schulungen zum Thema Katheter-Management. Die Veränderungen und Optimierungen wurden von einem fachübergreifenden Team aus Pflegekräften, Ärzten, Rehabilitationstherapeuten, Transportpersonal, Hygienefachkräften sowie Mitarbeitern der zentralen Versorgung und Spezialisten für klinische Informatik entwickelt.

Ergebnisse: Die Anzahl der Kathetertage sank auf der chirurgischen Station von 3,01 auf 2,2 (P = .018) und auf der peripheren Station von 3,53 auf 2,7 (P = 0.76). Die Rate der Katheter-assoziierten HWI (Anzahl der HWI/Anzahl der Kathetertage x 1.000) betrug vor den Interventionen 0,0 auf der peripheren und 1,9 auf der chirurgischen Station. Während der Studie blieb die HWI-Rate auf der peripheren Station konstant, auf der chirurgischen Station stieg sie zunächst auf 3,4 und sank dann wieder auf 2,2. Die Raten der Katheter-assoziierten HWI waren zu gering, um eine signifikante Reduzierung zu erreichen. Die Einsparungen von Produktkosten beliefen sich auf schätzungsweise 52.000 US-Dollar pro Jahr.

Schlussfolgerung: Die Studie zeigt, dass von Forschung und anderen Informationsquellen abgeleitete Richtlinien die Behandlungsergebnisse erfolgreich verbessern können. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Interventionen, die das Pflegepersonal einbinden, zusammen mit einer krankenhausweiten Produktumstellung sowie der Einbeziehung von Patienten und Angehörigen effektive Maßnahmen zur Reduzierung von Katheter-assoziierten HWI darstellen können.

Quelle:
Am J Infect Control. 2012 Aug;40(6):548-53.

Die Original-Studie kann hier erworben werden.