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Autor: Aboumatar, H. / Ristaino, P. / Davis, R. O. / Thompson, C. B. / Maragakis, L. / Cosgrove, S. / Rosenstein, B. / Perl, T. M. (2012) Quelle: Infection Control & Hospital Epidemiology 2012; 33 (2): 144-151

STUDIE

Aboumatar, H. / Ristaino, P. / Davis, R. O. / Thompson, C. B. / Maragakis, L. / Cosgrove, S. / Rosenstein, B. / Perl, T. M. (2012)

Mit einem mehrteiligen Infektionspräventions-Programm das Händehygiene-Verhalten von Gesundheitspersonal verbessern

Hintergrund: Um nosokomiale Infektionen signifikant zu vermindern, sind umfangreiche Präventionsprogramme zur Erhöhung der Händehygiene-Compliance gefragt, die nachhaltig Wirkung zeigen. Aboumatar et al. entwickelten daher ein mehrteiliges Programm zur Förderung der Händehygiene-Compliance.


Methode: Das Infektionspräventions-Programm wurde von November 2007 bis Januar 2009 in einem Lehrkrankenhaus der Maximalversorgung schrittweise eingeführt. Auf Basis einer systematischen Literaturrecherche identifizierten Aboumatar et al. verschiedene Faktoren, die das Händehygieneverhalten des Gesundheitspersonals beeinflussen.

Das Programm bezog sämtliche Berufsgruppen des Gesundheitspersonals ein und setzte bei mehreren Verhaltensbarrieren (z.B. Wissenslücken, negativen Einstellungen, Mangel an Vorbildern) an. Im Fokus stand besonders die Förderung zweier Verhaltensweisen: Die Händedesinfektion gemäß geltenden Richtlinien sowie die gegenseitige Erinnerung der Mitarbeiter, sich die Hände zu desinfizieren. Das Infektionspräventionsprogramm bestand aus einem mehrteiligen Maßnahmenbündel:

  • einer Kommunikations-Kampagne mit Postern, Stickern etc.

  • Schulungen

  • strategischer Platzierung von Händedesinfektionsmittel-Spendern

  • der Einbindung von Führungsebenen

  • verdeckte Compliance-Beobachtungen mit zeitnahem und auf die Stationen und Berufsgruppen zugeschnittenem Feedback

Die Auswertung des Programms begann bereits mit den Vorbereitungen im Oktober 2007 und dauerte über den Abschluss der Maßnahmen hinaus bis zum August 2010. Während des ersten Studienjahres wurden auch monatliche Daten zum Desinfektionsmittelverbrauch erhoben. Die gewonnenen Daten wurden in drei je 6-monatige Zeitabschnitte (1: Oktober 2007 – März 2008; 2: Januar– Juni 2009; 3: März 2010 bis August 2010) zusammengefasst, um sowohl die kurzfristigen Auswirkungen als auch die Nachhaltigkeit des Programms zu ermitteln.


Ergebnisse: Die Compliance stieg von 34 % während der Einführungsphase des Programms (1) auf 67 % in den ersten 6 Monaten nach der vollständigen Einführung (2). Im letzten halben Jahr der Studie (3) –14 bis 20 Monate, nachdem das Programm vollständig implementiert war – lag die Compliance bei 72 %. Damit verbesserte sich die Compliance signifikant und anhaltend. Der Desinfektionsmittelverbrauch stieg von 15,6 l pro 1.000 Patiententage im Oktober 2007 auf 44,5 l pro 1.000 Patiententage im Dezember 2008.


Fazit: Aboumatar et al. schreiben den Erfolg des Programms seinem umfassendem Konzept zu, dessen Kernpunkte fortlaufende Compliance-Messungen sowie individuelles und Gruppen-Feedback bildeten. Das Programm sei zudem ebenfalls in anderen Krankenhäusern umgesetzt worden und habe dort ähnliche Erfolge erzielt. Die Autoren gehen daher davon aus, dass ihr mehrteiliges Präventionsprogramm sehr gut auch auf weitere Einrichtungen übertragbar sei.


Quelle: Infection Control & Hospital Epidemiology 2012; 33 (2): 144-151


Hier
können Sie die Originalstudie einsehen.