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Autor: Villamaria, F. C. / Berlanga, G. / Ganachari-Mallappa, N. / Stock, E. M. / Zeber, J. E. / Jinadatha, C. (2015) Quelle: Villamaria, F. C. et al. Infection Control & Hospital Epidemiology. December 2015. Vol. 36. No. 12

STUDIE

Villamaria, F. C. / Berlanga, G. / Ganachari-Mallappa, N. / Stock, E. M. / Zeber, J. E. / Jinadatha, C. (2015)

MRSA-Kontaminationen auf berührungsintensiven Oberflächen in Isolierräumen und normalen Patientenzimmern

Hintergrund: MRSA zählt in den USA zu den Hauptauslösern nosokomialer Infektionen. Es wird angenommen, dass die Erreger häufig auch über kontaminierte Oberflächen übertragen werden. Villamaria et al. untersuchten daher die MRSA-Kontamination auf fünf berührungsintensiven Oberflächen in Isolierräumen und normalen Patientenzimmern. Durch das Wissen über die MRSA-Kontamination von Oberflächen sollen die Übertragungswege der Keime künftig besser verstanden werden können.

Methode: Die Forscher führten die Studie in einem 120-Betten-Krankenhaus in Texas durch. Gemäß dortigem Hygieneplan werden Patienten mit aktueller oder vergangener MRSA-Besiedelung bzw. -Infektion kontaktisoliert.

Villamaria et al. nahmen Proben von fünf berührungsintensiven Oberflächen (Rufanlagenknöpfe, Bettgestelle, Ablagetische, Handläufe in Badezimmern, Toilettensitze) in 100 Isolier- und normalen Patientenzimmern. Alle Zimmer waren zuvor mindestens 48 Stunden lang belegt. Die Probennahme erfolgte unmittelbar nachdem der Patient entlassen und bevor das gesamte Zimmer desinfiziert wurde. Ermittelt und miteinander verglichen wurden:

  • die durchschnittliche Keimbelastung in den 68 Isolier- und 32 normalen Patientenzimmern
  • die durchschnittliche Keimbelastung der einzelnen berührungsintensiven Oberflächen in den 68 Isolier- und 32 normalen Patientenzimmern

Ergebnisse: Villamaria et al. identifizierten insgesamt 1.830 Kolonien multiresistenter S. aureus in den Proben aus Isolierzimmern. Die Gesamtanzahl der MRSA-Kolonien in den Proben aus den normalen Patientenzimmern lag bei 202. Dies entspricht durchschnittlich 5,4 Kolonien pro Isolierzimmer und 1,3 Kolonien pro normales Patientenzimmer. Der Unterschied war signifikant.

Auf Rufanlagenknöpfen und Toilettensitzen befanden sich sowohl in den Isolierzimmern (Knopf: 7,3 ± 27,3 Kolonien / Toilettensitz: 6,2 ± 28,6 Kolonien) als auch den normalen Zimmern (Knopf: 2,6 ± 7,8 Kolonien / Toilettensitz: 2,9 ± 15,9 Kolonien) die höchste durchschnittliche MRSA-Belastung. Die Differenz zwischen den Zimmerarten war hier nicht signifikant.

In Proben von Handleisten in Badezimmern und von Bettgestellen aus normalen Patientenzimmern wurden signifikant weniger MRSA-Kolonien gefunden (Handleiste: 0,3 ± 1,6 Kolonien / Gitter: 0,2 ± 0,9 Kolonien) als in den Proben von denselben Flächen in Isolierzimmern (Handleiste: 2,9 ± 13,1 Kolonien / Gitter: 8,5 ± 36,0 Kolonien).

Fazit: Villamaria et al. identifizierten MRSA auf Oberflächen in Patientenzimmern von Patienten ohne MRSA-Kolonisation. Das Vorhandensein von MRSA in normalen Patientenzimmern lässt sich laut Autoren auf verschiedene Faktoren zurückführen. So könnten die multiresistenten Keime z. B. noch von vorherigen Patienten stammen, von nur zeitweise oder extra-nasal kolonisierten Patienten oder von infizierten bzw. kolonisierten Besuchern und Mitarbeitern. Dieses Studienergebnis hebt erneut die Bedeutung der Händedesinfektion vor und nach Kontakt mit Patienten und deren Umgebung hervor, so Villamaria et al. weiter.


Quelle:
Villamaria, F. C. et al. Infection Control & Hospital Epidemiology. December 2015. Vol. 36. No. 12


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