Wir forschen für den Infektionsschutz
  • germs
  • Adenovirus
  • Aspergillus niger
  • Bovine virus diarrhea
  • Clostridium difficile
  • Candida albicans
  • Candida albicans
  • Coronavirus
  • Corynebacterium
  • Escherichia coli
  • Helicobacter pylori

Autor: Rodriguez, V. / Giuffre, C. / Villa, S. / Almada, G. / Prasopa-Plaizier, N. / Gogna, M. / Gibbons, L. / García Elorrio, E. (2015) Quelle: Rodriguez, V. et al. A multimodal intervention to improve hand hygiene in ICUs in Buenos Aires, Argentina: a stepped wedge trial. International Journal for Quality in Health Care, 2015, 27(5): 405-411

STUDIE

Rodriguez, V. / Giuffre, C. / Villa, S. / Almada, G. / Prasopa-Plaizier, N. / Gogna, M. / Gibbons, L. / García Elorrio, E. (2015)

Multimodales Interventionsprogramm verbessert die Händehygiene nachhaltig

Hintergrund: Um nosokomiale Infektionen zu vermeiden, ist die hygienische Händedesinfektion die wirksamste und kosteneffizienteste Methode. Seit 2005 setzt sich die WHO (World Health Organization) daher verstärkt für die Händehygiene ein – dennoch ist die Compliance oft nicht zufriedenstellend. Selbst Intensivstationen, auf denen aufgrund der geschwächten Patienten besondere Vorsicht  geboten ist, bilden hier keine Ausnahme: Die Compliance ist sogar oft schlechter, als auf regulären Stationen.

Rodriguez et al. prüften daher in einer Cluster-randomisierten Studie im Stepped-Wedge-Design, wie eine multimodale Intervention die Compliance auf argentinischen Intensivstationen beeinflusst.


Methode: Rodriguez et al. interviewten zunächst 38 Pfleger und Ärzte, um spezifische Hindernisse und Probleme bei der Compliance aufzudecken. Auf dieser Basis entwickelten sie eine multimodale Intervention, die folgende fünf Module beinhaltete:

  1. Verpflichtungserklärung  der Führungskräfte zur Unterstützung der Intervention
  2. Tägliche Überprüfung der Verfügbarkeit von Händedesinfektionsmittel und Seife
  3. Verwendung von auffälligen Erinnerungen
  4. Einführung eines Storyboards mit der Verpflichtungserklärung der Vorgesetzten, monatlichen Fortschritten und Fotos der Gesundheitsmitarbeiter
  5. Bereitstellung eines monatlichen Fortschrittsberichtes für den Koordinator der Einrichtung, inklusive Vergleichen zu anderen teilnehmenden Einrichtungen oder internationalen Compliance-Raten.

Während des Studienzeitraums von neun Monaten zwischen August 2011 und Mai 2012 wurde die Intervention auf 11 verschiedenen Stationen zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingeführt. Unbeteiligte Beobachter erfassten die Compliance der Mitarbeiter nach den 5 Momenten der WHO. An drei zufälligen Tagen pro Woche wurde eine Stunde lang (mindestens 30 Mitarbeiter) beobachtet.


Ergebnisse:
Vor der Intervention zeigten die Einrichtungen eine durchschnittliche Händehygiene-Compliance von 62 %. Im Rahmen der Intervention konnten sich die einzelnen Stationen um bis zu 26,7 % verbessern. Während die Kontrollgruppe eine Compliance von 66,0 % aufwies, stieg die Compliance nach Einführung der Intervention auf durchschnittlich 75,6 %.


Fazit: Rodriguez et al. konnten mit ihrer Studie belegen, dass eine multimodale Intervention die Compliance in der Händehygiene auf Intensivstationen signifikant verbessern kann: Die teilnehmenden Stationen konnten ihre Compliance um bis zu 27 % verbessern.


Quelle:
Rodriguez, V. et al. A multimodal intervention to improve hand hygiene in ICUs in Buenos Aires, Argentina: a stepped wedge trial. International Journal for Quality in Health Care, 2015, 27(5): 405-411


Hier können Sie die Originalstudie kostenlos einsehen.


Weitere Informationen zu Händehygiene-Programmen finden Sie im Bereich CENTER.