Wir forschen für den Infektionsschutz
  • germs
  • Adenovirus
  • Aspergillus niger
  • Bovine virus diarrhea
  • Clostridium difficile
  • Candida albicans
  • Candida albicans
  • Coronavirus
  • Corynebacterium
  • Escherichia coli
  • Helicobacter pylori

Autor: Mukherjee DV et al. Quelle: Am J Infect Control. 2012 Sep;40(7):590-4.

STUDIE

Mukherjee DV et al.

Persistenz von Influenzaviren auf Händen und Infektionsträgern in Gemeinschaftseinrichtungen und im Laborumfeld

Hintergrund: Die dynamische Modellierung von Übertragungen stellt eine praxisnahe Methode zur virtuellen Bewertung des Einflusses von gesundheitspolitischen Maßnahmen zur Verhütung potenzieller Influenza-Pandemien dar und kann dabei helfen, die Bedeutung der unterschiedlichen Übertragungsarten und ihren Anteil an der Gesamt-Infektionsrate zu ermitteln. Die moderne Bioinformatik ermöglicht die Erstellung hochkomplexer Übertragungsmodelle, die eine Reihe an räumlichen, verhaltensbedingten und biologischen Faktoren berücksichtigen. Zur erfolgreichen Umsetzung dieser Modelle werden allerdings exakte Schätzungen der Lebensdauer aller Formen von Viruspartikeln benötigt. Bislang wurde jedoch noch keine Studie durchgeführt, die die In-vivo-Kontamination von Händen und Flächen durch Patienten mit einer akuten Influenza-Infektion untersucht.

Methoden: Es wurde eine Zeitreihenstudie durchgeführt, um die Lebensfähigkeit und Lebensdauer des Influenza A H1N1-Virus auf natürlich kontaminierten Händen und Flächen im Haushalt von 20 Personen mit laborbestätigter Infektion zu ermitteln. Die Teilnehmer haben in ihre Hände gehustet und genießt, welche dann sofort sowie nach 5, 10 und 30 Minuten beprobt wurden. Darüber hinaus wurden Proben von Flächen im Haushalt (Türgriffe, Telefone, Kissen, Taschentücher) genommen, die von den Teilnehmern direkt nach dem Husten/Niesen berührt wurden. Unter kontrollierten Laborbedingungen wurde zudem mit klinischen Isolaten des Influenza A H1N1-Virus in unterschiedlichen Konzentrationen die Lebensfähigkeit und Lebensdauer des Virus auf häufig benutzten Haushaltsflächen und Händen, die künstlich kontaminiert wurden, festgestellt. Der Virusnachweis erfolgte mittels Zellkultur- und Echtzeit-RT-PCR (Reverse Transkriptase-Polymerase-Ketten-Reaktion).

Ergebnisse: Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Influenza A H1N1-Viren nicht lange auf natürlich kontaminierter Haut und Flächen überleben: Bereits nach 10 Minuten konnten bei lediglich 10 % der Teilnehmer Influenza A H1N1-Viren auf den Händen nachgewiesen werden. Nur 15 % der Türgriffe und 5 % der Telefone wurden positiv getestet, auf den Kissen und Taschentüchern konnten keine Influenza A H1N1-Viren nachgewiesen werden. Die Labortests ergaben, dass die Virus-Konzentration in den Sekreten, die durch Husten oder Niesen auf die Hände gelangen, zwischen 21,5 und 29,4 TCID50/ml beträgt.

Schlussfolgerung: Diese Daten können dafür genutzt werden, den relativen Beitrag einer direkten und indirekten Kontaktübertragung zu den Gesamt-Infektionsraten abzuschätzen.

Quelle:
Am J Infect Control. 2012 Sep;40(7):590-4.

Die Original-Studie kann hier erworben werden.