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Autor: Cimiotti JP et al. Quelle: Am J Infect Control. 2012 Aug;40(6):486-90.

STUDIE

Cimiotti JP et al.

Personaldecke, Burnout-Syndrom und nosokomiale Infektionen

Hintergrund: Jedes Jahr erwerben fast 7 Millionen Patienten während ihres Krankenhausaufenthaltes eine Infektion. Dabei wurde in der Vergangenheit der Pflegepersonal-Mangel mit der Ausbreitung von Infektionen innerhalb eines Krankenhauses in Verbindung gebracht. Jedoch stehen bis jetzt nur wenige Daten zur Verfügung, die diesen Zusammenhang untermauern. In dieser Studie untersuchten die Autoren die Auswirkungen des Betreuungsschlüssels (Anzahl der Patienten pro Pflegekraft) und arbeitsbedingtes Burnout-Syndrom (bedingt durch höhere Anzahl der zu betreuenden Patienten) auf die beiden am häufigsten vorkommenden nosokomialen Infektionen (Harnwegsinfektionen und Wundinfektionen).

Methoden: Es wurden Daten aus drei Quellen (Umfrageergebnisse unter mehr als 7.000 Pflegekräften, Bericht des Pennsylvania Health Care Cost Containment Council über Krankenhausinfektionen und die Jahreserhebung der American Hospital Association) zusammengetragen. Angaben zu den Pflegekräften und Burnout-Fällen wurden der Umfrage entnommen und mittels Maslach Burnout Inventory – Human Service Survey (MBI-HSS) ausgewertet, das 22 Likert-Items persönlicher Arbeitseinstellungen zur Beurteilung der drei Merkmale für Burnout (emotionale Erschöpfung, Depersonalisation, persönliche Leistungsfähigkeit) umfasst. Die Auswirkungen der Eigenschaften von Krankenhaus (Größe, Stellenschlüssel etc.) und Pflegepersonal (Alter, Geschlecht, Anzahl an Burnout-Fällen etc.) wurden mittels linearer Regression ermittelt.

Ergebnisse: Die Autoren konnten einen signifikanten Zusammenhang zwischen Betreuungsschlüssel und dem Auftreten von Harnwegsinfektionen (0,86; P = .02) und Wundinfektionen (0,93; P = .04) feststellen. Die multivariate Analyse, die den Schweregrad der Krankheit der Patienten sowie die Eigenschaften des Personals und Krankenhauses einbezog, zeigte, dass nur die Burnout-Prävalenzrate einen signifikanten Einfluss auf das Auftreten von Harnwegsinfektionen (0,82; P = .03) und Wundinfektionen (1,56; P < .01) hat. Mehr als ein Drittel aller Pflegekräfte gaben an, an einem starken arbeitsbedingten Burnout-Syndrom zu leiden. In den Krankenhäusern, in denen die Anzahl der Burnout-Fälle um 30 Prozent gesenkt wurde, traten insgesamt 6.239 weniger Infektionen auf und ließen sich somit jährlich bis zu 68 Mio. US-Dollar einsparen.

Schlussfolgerung: Die Studie belegt den Zusammenhang zwischen Personalmangel und dem Auftreten von nosokomialen Infektionen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Reduzierung von Burnout bei den Pflegekräften die Infektionsverhütung in Gesundheitseinrichtungen unterstützen kann.


Quelle:
Am J Infect Control. 2012 Aug;40(6):486-90.


Die Originalstudie in englischer Sprache können Sie hier gegen Gebühr herunterladen.



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