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Autor: Kampf, G./Löffler, H./Gastmeier, P. (2009) Quelle: Dtsch. Ärztebl. Int. 2009, 106 (40): 649–655

STUDIE

Kampf, G./Löffler, H./Gastmeier, P. (2009)

Prävention nosokomialer Infektionen durch Händehygiene

Hintergrund: Als Hauptursache für die Übertragung nosokomialer Infektionserreger gelten die Hände des Gesundheitspersonals. Gegenwärtig unterbleibt in der klinischen Praxis noch durchschnittlich jede zweite erforderliche Händedesinfektion. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat daher im Rahmen ihrer Kampagne „Clean Care is Safer Care“ die Förderung effektiver Händehygiene-Maßnahmen als eines der fünf wichtigsten Ziele zur Erhöhung der Patientensicherheit identifiziert.


Methoden: In der Übersichtsarbeit wurden sowohl die wissenschaftliche Fachliteratur als auch evidenzbasierte Empfehlungen z.B. des Robert Koch-Instituts, der WHO und der Centers for Disease Control and Prevention ausgewertet.


Ergebnis:
Das Waschen der Hände sollte im Rahmen klinischer Arbeitsabläufe nur dann durchgeführt werden, wenn eine sichtbare Verschmutzung oder eine Kontamination mit Bakteriensporen (z.B. C. difficile) vorliegt, sowie vor Arbeitsbeginn, nach dem Toiletten-Besuch und nach Arbeitsende. In anderen klinischen Situationen ist eine hygienische Händedesinfektion zu bevorzugen, da diese eine wesentlich bessere antimikrobielle Wirksamkeit z.B. gegen Escherichia coli und Staphylococcus aureus gewährleistet. Entgegen der unter medizinischem Personal verbreiteten Auffassung sind alkoholische Hände-Desinfektionsmittel darüber hinaus hautverträglicher als das Händewaschen. Die geringe Compliance bei der Händehygiene wird u.a. auf Zeitmangel, unzureichende Verfügbarkeit von Desinfektionsmittel am „Ort des Geschehens“ sowie auf die mangelhafte Vorbildfunktion seitens leitender Ärzte zurückgeführt.


Fazit: Durch Verbesserungen in diesen Bereichen könnte die Bereitschaft zur Händehygiene signifikant gesteigert werden – und die Rate von im Krankenhaus erworbenen Infektionen um bis zu 40 % gesenkt werden.


Quelle: Dtsch. Ärztebl. Int. 2009, 106 (40): 649–655


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