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Autor: Marra AR et al. Quelle: Am J Infect Control. 2011 Jun 24. Epub ahead of print. doi: 10.1016/j.ajic.2011.01.013

STUDIE

Marra AR et al.

Prävention von katheterassoziierten Harnwegsinfektionen im Zeitalter der Nulltoleranz

Katheterassoziierte Harnwegsinfektionen (HWI) gehören im Intensivpflegebereich zu den häufigsten Krankenhausinfektionen.

Es wurde eine quasi-experimentelle Studie mit unterschiedlichen Maßnahmen zur Reduzierung von katheterassoziierten HWI auf einer internistischen/chirurgischen Intensivstation (ITS) und zwei Überwachungsstationen durchgeführt. Von Juni 2005 bis Dezember 2007 (Phase 1) wurden einige evidenzbasierte Maßnahmen, die von den US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) empfohlen werden, eingeführt. Von Januar 2008 bis Juli 2010 (Phase 2) wurden die Maßnahmen direkt am Patientenbett überwacht und bei Bedarf zur Erhöhung der Compliance korrigiert. Außerdem wurde das sogenannte „Bladder Bundle“ (Gruppe von evidenzbasierten Interventionsmaßnahmen) des US-amerikanischen Institute for Healthcare Improvement für alle Patienten auf der ITS und den Überwachungsstationen eingeführt.

Vor den Interventionsmaßnahmen betrug die Rate der katheterassoziierten HWI auf der ITS 7,6 pro 1.000 Kathetertage (95 % Konfidenzintervall [CI]; 6,6-8,6) und konnte während des Studienzeitraumes auf 5,0 pro 1 000 Kathetertage (95 % CI; 4,2-5,8; P < 0,001) signifikant gesenkt werden. Ähnlich Ergebnisse konnten auf den Überwachungsstationen erzielt werden: Vor den Interventionsmaßnahmen betrug die Rate der katheterassoziierten HWI 15,3 pro 1.000 Kathetertage (95 % CI; 13,9-16,6), nach den Interventionsmaßnahmen 12,9 pro 1.000 Kathetertage (95 % CI; 11,6-14,2; P = 0,014).

Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Reduzierung der katheterassoziierten HWI-Rate im Intensivpflegebereich ein komplexer Prozess ist, der mehrerer Interventionsmaßnahmen bedarf und auch auf Überwachungsstationen übertragbar ist.

Quelle:
Am J Infect Control. 2011 Jun 24. Epub ahead of print. doi: 10.1016/j.ajic.2011.01.013