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Autor: Löffler et al. (2006) Quelle: Contact Dermatitis 2006, 54: 202–209

STUDIE

Löffler et al. (2006)

Primärprävention bei Gesundheitspersonal: eine prospektive Interventionsstudie über einen Schulungszeitraum von drei Jahren

Hintergrund: Morphologische Hautveränderungen gehören für viele Beschäftigte im Gesundheitswesen infolge der Arbeit in Feuchtbereichen zum Alltag. Durch zu häufiges Händewaschen wird die Hautbarriere geschädigt, was zur Herausbildung einer irritativen Kontaktdermatitis führen kann. Oftmals fehlt Auszubildenden in Pflegeberufen das Wissen um die sachgerechte Durchführung von Maßnahmen zur Händehygiene.


Methoden: Die Studie untersuchte die Auswirkungen eines speziellen Schulungsprogramms auf Auszubildende im Gesundheitswesen. Insgesamt wurden 521 Probanden aus 14 deutschen Krankenpflegeschulen zufallsbasiert in zwei Gruppen aufgeteilt: eine Interventions-Gruppe (mit einem Schulungsprogramm zur Primärprävention) und eine Kontrollgruppe (ohne Schulungsmaßnahmen). Das Durchschnittsalter der Probanden, die aus den Bereichen allgemeine Krankenpflege, Alten-, Entbindungs- und Kinderkrankenpflege stammten, betrug 22 Jahre. Über einen Zeitraum von drei Jahren (1999 – 2002) wurden u.a. die morphologischen Veränderungen der Hände regelmäßig evaluiert.


Ergebnis:
Bei der Interventionsgruppe zeigte sich ein signifikant besserer Hautzustand: morphologische Hautveränderungen traten bei zwei Drittel (66,7 %) der Probanden dieser Gruppe über den Zeitraum von drei Jahren auf. Bei der Kontrollgruppe lag der Wert bei 89,3 %. Dieser Unterschied lässt sich vor allem durch das voneinander abweichende Händehygiene-Verhalten beider Gruppen erklären. Die Probanden der Interventionsgruppe reduzierten im Gegensatz zur Kontrollgruppe die Anzahl der Händewaschungen, während sich die Maßnahmen zur Hände-Desinfektion und die eingesetzte Menge an Hautpflegecreme nicht signifikant unterschieden.


Fazit: Die Studie zeigt, dass Schulungsmaßnahmen in der ganz frühen beruflichen Phase zur Prävention von Hauterkrankungen das Risiko von irritativen Hautveränderungen unter Auszubildenden in der Krankenpflege wirksam reduzieren können. Das kontinuierliche Lehren optimaler Händehygiene einschließlich präventiver Maßnahmen sollte daher ein verbindlicher Bestandteil der Ausbildung für Gesundheitspersonal sein.


Quelle: Contact Dermatitis 2006, 54: 202–209


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