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Autor: Tiedemann, D. / Clausen, M. / John, S. / Angelova-Fischer, I. / Kezic, A. / Agner, T. (2015) Quelle: Tiedemann, D. et al., Effect of glove occlusion on the skin barrier. Contact Derm. 2015, Vol. 74.

STUDIE

Tiedemann, D. / Clausen, M. / John, S. / Angelova-Fischer, I. / Kezic, A. / Agner, T. (2015)

Schutz oder Schaden? Der Einfluss von flüssigkeitsdichten Handschuhen auf die Haut

Hintergrund: Feuchtarbeit zählt zu den häufigsten Auslösern vom irritativen Kontaktekzem an den Händen. Laut Gefahrenstoffverordnung (GefStoffV) zählt seit 2008 auch die Arbeit mit flüssigkeitsdichten Handschuhen offiziell als Feuchtarbeit und damit zu den Risikofaktoren für Hauterkrankungen. Handschuhe sollen die Hände vor Reizstoffen wie Seifen, Detergenzien und Wasser schützen, doch auch der Okklusionseffekt (Blockierung der Abgabe von Schweiß und Wärme durch die Haut) kann die Hautbarriere schädigen. Die häufigste Methode, die zur Untersuchung der Hautbarriere herangezogen wird, ist die Messung des transepidermalen Wasserverlustes, welcher direkt mit der Hautgesundheit verknüpft ist. Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Effekt der Okklusion auf die Hautbarriere näher zu betrachten.


Methode: Tiedemann et al. führten ein qualitatives Review durch und identifizierten insgesamt 13 relevante Studien. Diese umfassten sowohl Arbeiten zur Okklusion gesunder Haut, als auch Forschungsergebnisse zum Effekt auf irritierter Haut.


Ergebnisse: Acht Studien untersuchten den Okklusionseffekt bei gesunder Haut. Vier dieser Studien konnten keinen schädlichen Effekt durch längeres Handschuhtragen nachweisen. Die anderen vier hingegen vermeldeten einen signifikanten transepidermalen Wasserverlust, der auf eine Beeinträchtigung der Hautbarriere hindeuten könnte. Insbesondere sehr lange Tragezeiten von beispielsweise 14 Tagen mit je 6 Stunden zeigten eine negative Wirkung. Auch das Material zeigte sich als Einflussfaktor: So belegt eine Studie einen signifikanten transepidermalen Wasserverlust nach einem einmaligen Tragen von Vinyl-Handschuhen über 18 Stunden, während andere Studien keinen solchen Effekt durch Nitril- oder Elastyren-Handschuhen nachweisen konnten.

Fünf der im Review enthaltenen Studien betrachteten den Effekt von Okklusion auf gereizter und vorgeschädigter Haut. Vier davon belegen einen erhöhten transepidermalen Wasserverlust durch Okklusion, nachdem die Haut durch Detergenzien wie SLS (Sodium Lauryl Sulfate) gereizt wurde. Hier bewirkten bereits Tragedauern von 6 Stunden täglich über drei Tage einen signifikanten Verlust von transepidermalem Wasser.


Fazit: Aus ihrem Literatur-Review schließen Tiedemann et al., dass der Einfluss der Okklusion auf die gesunde Haut begrenzt ist, sofern die Handschuhe nicht extensiv (6 Stunden täglich für mehr als 10 Tage) verwendet werden. Den Forschern zufolge belegen die Studien außerdem, dass Handschuhe die schädigende Wirkung von Seifen und Detergenzien auf die Hautbarriere signifikant erhöhen. Die Wissenschaftler befürworten daher, dass das Tragen von flüssigkeitsdichten Handschuhen als Risikofaktor für Hauterkrankungen in der GefStoffV aufgenommen wurde.


Quelle:
Tiedemann, D. et al., Effect of glove occlusion on the skin barrier. Contact Derm. 2015, Vol. 74.


Hier
können Sie die Originalstudie einsehen.