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Autor: Scheithauer et al. (2012) Quelle: Scheithauer et al. (2012) Improving hand hygiene compliance rates in the haemodialysis setting: more than just more hand rubs. Nephrol Dial Transplant 2012; 27(2):766–770.

STUDIE

Scheithauer et al. (2012)

Verbesserung der Compliance-Raten für Händehygiene im Rahmen der Hämodialyse

Hintergrund: Hämodialysepatienten haben ein hohes Risiko, nosokomiale Infektionen zu entwickeln und mit multiresistenten Mikroorganismen besiedelt zu werden. Händehygiene (HH) gilt als effektives Instrument zur Verhinderung nosokomialer Infektionen. Die Optimierung und Beschreibung von Prozessabläufen in Form von Standardarbeitsanweisungen (SOPs) für das Herstellen von Dialyseverbindungen und -trennungen kann dazu beitragen, Infektionen zu vermindern. Die Studie zielte darauf ab, die Anzahl der gesamten und indikationsspezifischen Händedesinfektionen (HD), Indikationen für HD sowie errechnete Compliance-Raten zu bestimmen, um die dialyseassoziierte HH genau zu analysieren und die HH-Compliance zu optimieren.


Methode: Die prospektive, drei-phasige Beobachtungsstudie wurde an der Universitätsklinik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen zwischen März und September 2010 durchgeführt. HH-Indikationen wurden gemäß Leitlinien der World Health Organization (WHO) klassifiziert. Mittels einer modifizierten Version dieser Leitlinien wurde das indikationsspezifische HH-Verhalten direkt patientenorientiert beobachtet und dokumentiert. Die Studie wurde in drei Beobachtungsphasen (Phase I, II, III) durchgeführt, die jeweils durch zweiwöchige Interventionsphasen (Intervention I, II) unterbrochen waren. Vordefinierte Interventionen (Einzel- und Gruppenschulungen zur HH, direkte Beobachtungen mit Feedback, Erstellen und Implementieren von Standardarbeitsanweisungen optimierte Spender-Infrastruktur, Verwendung von Desinfektionsflaschen für Kitteltaschen sowie Feedback zu Zwischenergebnissen als Trainings- und Motivationsinstrument) konzentrierten sich während der vorhergehenden Studienphase auf beobachtete Probleme. Während der Intervention I hauptsächlich den Verbindungsprozess adressierte, behandelte Intervention II vor allem das Verfahren zur Trennung der Dialyseverbindung. Weiter wurde in Intervention II die Beschreibung für die Verbindungsprozesse mit Hilfe der praktischen Umsetzungen in den SOPs verbessert (oder optimiert).


Ergebnisse: Im Verlauf der Studie wurden insgesamt 8.897 HD-Indikationen beobachtet. Die mittlere Anzahl durchgeführter HD pro Dialyseverfahren stieg von 6 vor Interventionen (Phase I) auf 9 nach Interventionen I und II (Phase III) an, während die HD-Indikationen pro Dialyseverfahren von 21 (Phase I) auf 15 (Phase III) reduzierten. Die Gesamt-HD-Compliance verbesserte sich von 30 % in Phase I auf 62 % in Phase III. In der Gesamtheit der drei Beobachtungsphasen wurde die höchste Compliance-Rate für „vor Berühren eines Patienten“ in Phase III erreicht (88 %). Die größte Verbesserung von 148 % wurde jedoch für „vor sauberen / aseptischen Tätigkeiten“ (von 21 % in Phase I auf 52 % in Phase III) beobachtet, welches die Indikation mit der größten Auswirkung auf nosokomiale Infektionen ist.


Fazit: Die Studie zeigt, dass optimierte Beschreibungen von Arbeitsprozessen mit einer verbundenen Händhygiene in Kombination mit einer Reihe von Interventionen die Anzahl an Rekontaminationen senkt und die Einhaltung der Händehygiene im Rahmen der Hämodialyse wesentlich verbessert.


Quelle: Scheithauer et al. (2012) Improving hand hygiene compliance rates in the haemodialysis setting: more than just more hand rubs. Nephrol Dial Transplant 2012; 27(2):766–770.

Die Originalarbeit können Sie hier kostenlos einsehen.