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Autor: Scheithauer et al. (2013) Quelle: Scheithauer et al. (2013) Improving hand hygiene compliance in the emergency department: getting to the point. BMC Infect Dis 2013; 13:367.

STUDIE

Scheithauer et al. (2013)

Verbesserung der Compliance-Raten für Händehygiene in der Notaufnahme

Hintergrund: Händehygiene (HH) gilt als effektives Instrument, um nosokomiale Infektionen zu verhindern. Die Notaufnahme (NA) ist eine Umgebung, in der viele invasive und daher infektionsanfällige Verfahren durchgeführt werden. Darüber hinaus herrschen dort viele Faktoren vor, die die HH-Compliance negativ beeinflussen, z.B. hohe Arbeitsbelastung und Patientenfluktuation, Überfüllung, Wechsel des Gesundheitspersonals. Die Studie zielte darauf ab, die Anzahl der Händedesinfektionen (HD) zu definieren, die für die einzelnen Patientenbehandlungs-Episoden in der NA erforderlich sind, und die HH-Compliance zu optimieren, ohne den Arbeitsaufwand zu erhöhen.


Methode: Die prospektive, drei-phasige Beobachtungsstudie wurde an der Universitätsklinik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen zwischen Februar und September 2011 durchgeführt. HD-Indikationen wurden gemäß Leitlinien der World Health Organization (WHO) klassifiziert. Dokumentiert wurde mit Hilfe einer modifizierten Version des WHO-Beobachtungsbogens. Die direkten Beobachtungen der HH-Indikationen, Anzahl von HD (mit und ohne Indikation), Handschuhverwendung, vermeidbare Gelegenheiten oder ähnliches wurden von geschulten/erfahrenen Beobachtern durchgeführt. Das zu beobachtende Gesundheitspersonal wurde vier Berufsgruppen zugeordnet: Ärzte, Pflegepersonal, Medizinstudenten und Auszubildende der Bereiche Pflegepersonal, Sanitäter. Die Patienten wurden kontinuierlich in die Studie eingeschlossen (fünf Patienten täglich, jeder Patient nur einmal) und vier medizinischen Fachthemen zugeordnet: medizinisch-thorakal, medizinisch-abdominal, neurologisch und chirurgisch. Die Studie bestand aus drei 6-wöchigen Beobachtungsphasen (Phase I, II, III), die durch zwei 6-wöchige Interventionsphasen unterbrochen wurden. Interventionen konzentrierten sich auf Probleme, die während der vorangehenden Beobachtungsphase festgestellt wurden. (z. B. HH-Schulung, individuelle Schulung zur Arbeitsleistung mit direktem Feedback, Entwicklung und Implementierung optimierter Standardarbeitsanweisungen (SOPs), Erstellen von Flussdiagrammen für die Patientenaufnahme)


Ergebnisse: Während der gesamten Studiendauer wurden insgesamt 5.674 Gelegenheiten für HH und 1.664 HD verzeichnet. Die Anzahl an Gelegenheiten verminderte sich von Phase I zu Phase III, was auf eine Optimierung der Arbeitsabläufe hinwies. Zum Beispiel nahmen vermeidbare Gelegenheiten um 70 % ab, HD ohne Indikation um 63 % und Handschuhverwendung anstelle von HD um 73 %. Im Gegensatz dazu nahm die Anzahl an HD von Phase I zu Phase III zu. Insgesamt stieg die Compliance im Verlauf der Studie signifikant von 21 % auf 45 % (p<0.001) an. Die Berufsgruppen-spezifische Analyse der Compliance-Raten zeigte einen Anstieg in den Gruppen mit Ausnahme der Auszubildenden.

Außerdem erhöhte sich die Compliance in der gesamten Studie für alle HH-Indikationen. Die größte Verbesserung wurde jedoch für die HH-Indikation „vor aseptischen Tätigkeiten“ (660 % des Ausgangswertes) und die geringste für „nach Patientenkontakt“ (150 % des Ausgangswertes) beobachtet. Die Subgruppen-Analyse ergab nur geringfügige Unterschiede in der HH-Compliance beim Vergleich der vier medizinischen Fachthemen.


Fazit: Die HH-Compliance in der NA konnte durch die Standardisierung vorwiegend invasiver Prozessabläufe, durch die Anpassung von SOPs und die Einführung von Flussdiagrammen in Kombination mit individuellen Schulungen am Arbeitsplatz signifikant verbessert werden. Die Optimierung von Workflow-Praktiken ist ein weiterer Weg, um die HH-Compliance und somit die Patientensicherheit zu verbessern, ohne den Arbeitsaufwand zu erhöhen.


Quelle: Scheithauer et al. (2013) Improving hand hygiene compliance in the emergency department: getting to the point. BMC Infect Dis 2013; 13:367.

Die Originalarbeit können Sie hier kostenlos einsehen.