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Autor: Kampf G et al. (2013) Quelle: GMS Hygiene and Infection Control 2013; 8(2):DOC18

STUDIE

Kampf G et al. (2013)

Verbesserung des Patientenschutzes beim Legen peripherer Venenkatheter: eine Beobachtungs- und Interventionsstudie

Hintergrund: Periphere Venenkatheter werden häufig bei hospitalisierten Patienten angelegt, doch sie erhöhen das Risiko einer nosokomialen Sepsis. Evidenzbasierte Empfehlungen beschreiben spezifische Schritte, die nachweislich das Infektionsrisiko reduzieren. Ziel dieser Studie war es, die Häufigkeit der Umsetzung dieser spezifischen Schritte zur Anlage peripherer Venenkatheter in der klinischen Praxis zu bestimmen und mit einer Intervention die Compliance und den optimalen Ablauf der Schritte zu verbessern.

Methode: Die Studie wurde an der Universitätsklinik Hamburg Eppendorf durchgeführt. Der optimale Ablauf des Legens peripherer Venenkatheter wurde auf Basis evidenzbasierter Empfehlungen der WHO, CDC und des RKIs definiert. Für die Beobachtung der Compliance und Intervention wurden fünf Schritte mit Relevanz für den Patientenschutz ermittelt (Evidenzgrad 1A oder 1B): Händedesinfektion vor Patientenkontakt, Hautantisepsis der Punktionsstelle, keine Palpation der desinfizierten Punktionsstelle, Händedesinfektion vor aseptischer Tätigkeit und sterile Abdeckung der Punktionsstelle. Der Ablauf der Anlage peripherer Venenkatheter durch Mitarbeiter wurde in vier verschiedenen Krankenhausabteilungen von einer Pflegekraft beobachtet und aufgezeichnet. Eine multimodale Intervention mit fünf Elementen wurde durchgeführt (Fortbildung, Übung am Dummy, e-learning, Tablett und Poster sowie direktes Feedback). Danach erfolgte eine zweite Beobachtungsphase, in der auch eine Evaluation der Intervention durch die Mitarbeiter erfolgte.

Ergebnisse: Nach der Intervention war die Compliance bei vier der fünf Schritte signifikant höher als vor der Intervention (z. B. 11,6 % vor und 57,9 % nach Intervention bei der Händedesinfektion vor Patientenkontakt). Die Compliance der Hautantisepsis der Punktionsstelle war sowohl vor als auch nach der Intervention hoch (99,5 % vorher und 99,0 % nachher). Die Umsetzung der spezifischen Schritte in der optimalen Reihenfolge verbesserte sich auch signifikant (z. B. von 7,7 % auf 68,6 %, wenn drei der fünf Schritte durchgeführt wurden). Die Intervention wurde von 46,8 % der Teilnehmer als hilfreich bewertet, 46,8 % bewerten sie neutral und 6,4 % als störend.

Fazit: Mit einem multimodalen Ansatz konnte die Compliance Patientenschutz-relevanter Schritte beim Legen peripherer Venenkatheter und die Umsetzung eines optimalen Ablaufs verbessert werden. Die Mitarbeiter bewerteten die Intervention als hilfreich.


Quelle:
GMS Hygiene and Infection Control 2013; 8(2):DOC18

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Film: Pflegestandards optimieren – Patientenschutz verbessern.


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