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Autor: Maury, E. et al. (2000) Quelle: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 2000, 162: 324–327

STUDIE

Maury, E. et al. (2000)

Verfügbarkeit alkoholischer Einreibeprodukte kann die Compliance bei der Händedesinfektion auf Intensivstationen erhöhen

Hintergrund: Unabhängig von Guidelines und Empfehlungen ist die Compliance der Mitarbeiter bei der Händehygiene mangelhaft. Einer der Gründe konnte im Zeitaufwand liegen, insbesondere dann, wenn die Händehygiene als antimikrobielle Waschung erfolgt. Allein der Weg zum Waschbecken, die Betätigung der Armaturen, das Trocknen der Hände etc. benötigen ca. 1 Minute. Schneller und effektiver ist die Händedesinfektion mit alkoholischen Einreibepräparaten. Ob die Verfügbarkeit eines alkoholischen Einreibepräparates zur Händedesinfektion (Sterillium) auf einer medizinischen Intensivstation die Compliance bei der Händehygiene der Mitarbeiter erhöht, untersuchten Maury et al. in Frankreich.


Methoden:
Die Studie wurde in einer medizinischen Intensivstation mit 14 Betten während zweier konsekutiver Perioden über jeweils 5 Wochen mit 53 Mitarbeitern durchgeführt. Die Händehygiene umfasste sowohl das Waschen als auch das Desinfizieren der Hände mit Sterillium. Als Indikationen für die Händehygiene wurden definiert: persönliche Anlasse, Behandlung von Patienten ohne und mit Kontakt zu Körperflüssigkeiten. Während der ersten Periode (P1) stand für die Händehygiene ausschließlich Seife zur Verfügung, in der zweiten Periode (P2) auch Sterillium als alkoholisches Hände-Desinfektionsmittel. Die Durchführung der Händehygiene-Maßnahmen wurde in direkten Beobachtungen ermittelt. Den Teilnehmern wurde zudem ein anonymer Fragebogen zur Beurteilung der Verträglichkeit des alkoholischen Präparates ausgehändigt. Vier Monate später wurde eine weitere Compliance-Bestimmung durchgeführt.


Ergebnis:  Die durchschnittliche Compliance-Rate aller Mitarbeiter in P1 betrug 42,4 % und erhöhte sich in P2 auf 60,9 %. Das Krankenpflegepersonal verbesserte sich von 45,3 % auf 66,9 %, Oberärzte von 37,2 % auf 55,5 % und Assistenzärzte von 46,9 % auf 59,1 %. Auch nach 4 Monaten lag die Compliance immer noch hoher als in P1 (51,3 % vs. 42,4 %), aber niedriger als in P2 (51,3 % vs. 60,9 %). Dieser Unterschied war signifikant.


Fazit: Die Studie zeigt einen positiven und anhaltenden Effekt des alkoholischen Einreibepräparates Sterillium auf die Händehygiene-Compliance. Die größte Steigerungsrate fand sich bei den Ärzten und Assistenzärzten. Diese Gruppe entschied sich auch am häufigsten zur Verwendung von Sterillium. Die Autoren empfehlen in diesem Zusammenhang auch den Einsatz von Kitteltaschenflaschen, die trotz hoher Mobilität eine indikationsgerechte Händehygiene erlauben.


Quelle:
American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 2000, 162: 324–327


Hier können Sie die Originalstudie einsehen.