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Autor: Squires, J. / Linklater, S. / Grimshaw, J. M. et al. (2014) Quelle: Infect Control Hosp Epidemiol 2014; 35 (12): 1511-1520.

STUDIE

Squires, J. / Linklater, S. / Grimshaw, J. M. et al. (2014)

Was beeinflusst das Händehygiene-Verhalten von Ärzten?

Hintergrund: Studien zeigen immer wieder, dass die Händehygiene-Compliance besonders unter Ärzten viel zu niedrig ist. Es ist allerdings bekannt, dass psychologische Faktoren das Händehygiene-Verhalten von Medizinern beeinflussen. Squires et al. identifizierten Verhaltens-Barrieren und -Triebfedern der Händehygiene-Compliance bei ärztlichem Personal.


Methode: Im Rahmen von teilstrukturierten, durchschnittlich 20-minütigen Interviews befragten Squires et al. 42 Ärzte, Chirurgen und Assistenzärzte zu ihrem Wissen und ihren Ansichten über die Händehygiene. Die telefonischen Interviews wurden zwischen Oktober und Dezember 2012 an einem kanadischen 1100 Betten-Krankenhaus der Maximalversorgung durchgeführt und zur späteren Auswertung aufgezeichnet.


Ergebnisse:
Insgesamt gaben 33 % der Befragten an, noch nie von den 4 Momenten der Händehygiene gehört zu haben. 36 % der Ärzte hatten zudem bisher an keinen Trainings zur richtigen Einreibemethode teilgenommen. 60 % der interviewten Ärzte erklärten außerdem, dass die Händedesinfektion häufig eine bewusste Entscheidung sei. Um diese zu erleichtern, wünschten sich 45 % der Befragten visuelle Erinnerungen – z. B. Poster oder Aufkleber auf Dosierspendern. Mit 98 % stimmten annähernd alle befragten Mediziner darin überein, dass der einfache Zugang zu Hände-Desinfektionsmitteln, z. B. am Point of Care, die indikationsgerechte Durchführung der Händedesinfektion sehr erleichtere. Für 36 % der Interviewten sind die Kollegen Vorbild für das eigene Händehygiene-Verhalten. Die Erwartungshaltung von Patienten, bestmöglich versorgt zu werden, spielt ebenfalls für 36 % der Befragten eine Rolle.


Fazit:
Die Autoren fassen zusammen, dass künftige Compliance-Interventionen mehrteilig sein sollten. Es gilt, die bestehenden Wissenslücken zu füllen, Fähigkeiten wie die richtige Einreibetechnik zu trainieren und Arbeitsbedingungen zu schaffen, die die Händedesinfektion erleichtern – z. B. einfacherer Zugang zu Desinfektionsmitteln oder visuelle Erinnerungen wie farbige Aufkleber. Um die Händehygiene-Comliance von Ärzten zu erhöhen, sollten die identifizierten individuellen kognitiven Faktoren berücksichtigt werden.


Quelle: Infect Control Hosp Epidemiol 2014; 35 (12): 1511-1520.


Hier können Sie die Originalstudie gegen Gebühr herunterladen.